Sonntag, 7. Oktober 2007

Thailaendische Kueche

Waehrend unserer Tage in Chiang Mai, im Norden von Thailand, besuchte ich einen eintaegigen Kochkurs. In der Hoffnung, mir einige Grundkenntnisse der thailaendischen Kueche anzueigenen, welche ich dann zu Hause ausprobieren kann.

Da in Thailand immer noch Nebensaison ist, hat es verhaeltnismaessig wenig Reisende unterwegs. So waren wir nur zu dritt im Kochkurs. Ineke und Sanne waren aus Holland und wollten wie ich vegetarisch kochen. Nokky (=was auf thailaendisch Vogel bedeutet) war unsere Kochschulehrerin. Sie "zwitscherte" dann auch ununterbrochen, wusste immer noch etwas Interessantes oder Lustiges zu erzaehlen...

Am Morgen besuchten wir zuerst den lokalen Markt, wo wir die Zutaten fuer die Gerichte einkauften und die unterschiedlichsten Gemuese und Gewuerze kennenlernten. Natuerlich sah alles sehr einladend aus, die Vielfalt war beeindruckend und die frischen Gewurze dufteten herrlich! Nokky wusste auch ueber unsere Kueche Bescheid und so konnte sie uns erklaeren, welche Alternativen wir in Europa fuer gewisse Gemuese oder Gewuerze haben. Hier auf dem Markt war ich wie bereits bei anderen Gelegenheiten froh, kein Fleisch oder Fisch zu essen. Ich haette es mir naemlich nicht zugetraut, ein noch lebendes Huhn oder einen, in einem grossen Eimer, zappelnden Fisch fuer mein Essen zu kaufen!

In der Kochschule lernten wir dann zuerst den Umgang mit dem grossen Ruestmesser. Insbesondere das Kleinschneiden der Zutaten mit diesem Messer, ohne dabei auf die Finger sehen zu muessen und natuerlich ohne sich in die Finger zu schneiden (was das vegetarische Kochen zu nichte gemacht haette!) Gluecklicherweise ist es gelungen!

Schrittweise lernten wir die Zubereitung von sechs unterschiedlichen Gerichten. Wobei jeder seine zubereitete Portion im Anschluss essen durfte/musste. Darunter war natuerlich die "Nationalspeise" Pad Thai, eine Woknudeleintopf mit Gemuese und Tofu. Interessant fand ich die Erkenntnis, dass die Thais all ihre Gerichte nach dem Prinzip suess- sauer- scharf und salzig zubereiten. So kommt in alle Gerichte eine suesse Komponente. Oft ist es Kokosnusskaramelzucker, Rohrzucker o.ae. Weiter wird immer etwas Saures zugefuegt, was oft Limettensaft oder Tamarindepaste ist. Die Schaerfe bringt dann der gruene oder der rote Chili. Wobei der gruene Chili schaerfer als der rote Chili ist, dafuer schmecken die Gerichte mit gruenen Chili eher frischer. Auch kommt immer etws Salz in die Gerichte, jedoch verhaeltnissmaessig wenig, meist nur eine Prise, um dem Geschmack zu vervollstaendigen und nicht eigentlich um zu salzen.

Der Dessert bildete dann den kroenenden Abschluss unseres Kocherlebnisses und war dann auch bezueglich der Kalorien kaum zu uebertreffen. Wir bereiteten Bananen in Kokosnussmilch zu. Ich weiss nicht mehr, wie viele Essloeffel Zucker ich noch in die Kokosnussmilch zugefuehgt habe!!! (Einen fuer die Mutter, den Vater, die Grossmutter, -vater, Onkel, Tanten, .... Schatz und Geliebten, ... und wer einem sonst noch einfaellt. Wer viele Verwandte hat, bekommt einen ziemlich suessen Dessert). Es schmeckte aber natuerlich sehr lecker!

Zum Schuss haetten wir uns alle am liebsten rollend fortbewegt! Ich hatte dann fuer den Rest des Tages und bis zum naechten Morgen definitiv genug gegessen!

Bettina
(diplomierte Thaikoechin - werde das Diplom natuerlich goldig Einrahmen und in der Kueche aufhaengen!)