Freitag, 7. Dezember 2007

Waterfestival in Phnom Penh

Eigentlich finde ich Vergleiche zwischen Laendern nicht so toll und vermeide es nach Moeglichkeit. Doch nachdem wir in Vientiane/Laos und Phnom Penh Bootsrennen erlebt haben, draengt sich ein solcher auf. In Vientiane waren die Bootsrennen der Abschluss des dreitegigen Festivals. Wegen zu wenig teilnehmenden Booten wurde nur an einem Tag gerudert. In Phnom Penh fanden an allen drei Tagen des Waterfestivals Bootsrennen statt, sogar nichts anderes als Bootsrennen. Es waren 434 Boote gemeldet aus allen Provinzen des Landes sowie aus den Staaten der Region. Sogar aus dem Sultanat Brunei war ein Boot am Start.

Jedes Boot in Phnom Penh hatte zwei Rennen und am Ende des Festivals hatte es keinen Sieger. Das olympische Motto, dabei sein ist wichtiger als gewinnen, wurde hier gelebt. Deshalb wurde die einzelnen Rennen gar nicht gross zur Kenntnis genommen und es waren alle paar Minuten Boote am Rudern. In Vientiane ging es hingegen darum, einen Sieger der Bootsrennen zu bestimmen. Zwischen den einzelnen Rennen gab es teils lange Pausen und die Zuschauer interessierten sich fuer den Ausgang der jeweiligen Rennen.

In Phnom Penh stand fuer die auslaendischen Gaeste eine spezielle Tribuene, direkt neben der Tribuene fuer die offiziellen Gaeste, natuerlich ein bisschen niedriger. Um zu dieser Tribuene zu gelangen, mussten wir durch einen Metalldetektor hindurch gehen. Alle Taschen wurden von Bodyguards in zu grossen dunklen Anzuegen mit billigen Plstiksonnenbrillen genaustens durchsucht. Da diese Tribuene vom staatlichen Tourismusbuero und der Biermarke Angkor gesponsort wurde, erhielten die Maenner gratis eine Buechse Angkor Bier, mit Strohhalm! Der Koenig war auch auf der offiziellen Tribuene, wir haben ihn aber leider verpasst. In Vientiane hingegen gab es fuer Touristen keine besseren Plaetze, die Haupttribuene blieb den Parteikadern und Botschaftern vorbehalten. Wir wurden genau gleich "schikaniert" wie die gewoehnliche Bevoelkerung.

Beim Waterfestival in Phnom Penh ereignete sich ein tragischer Unfall. Nach der Zieldruchfahrt geriet ein Boot aus Singapur in Turbulenzen und das Boot kenterte. Alle 22 Ruderer fielen ins Wasser, schwimmen konnte keiner, fuenf der erschoepften Ruderer schafften es leider nicht, sich an einem der Boote festzuhalten und ertranken. Dies war der erste solche Unfall bei diesen Wettfahrten in Phnom Penh.

Patrik

Mittwoch, 28. November 2007

Schreckensherrschaft der Roten Khmer

Wer Kambodscha besucht, kommt nicht umhin, sich mit der juengsten Geschichte dieses Landes zu beschaeftigen. Eines der traurigsten Kapitel des letzten Jahrhunderts. Vor allem in Phnom Penh ist sie sehr nahe zum Greifen, fuer manche zu nahe. Die Schreckensherrschaft der Roten Khmer, die aus Phnom Penh waehrend drei Jahren acht Monaten und zwanzig Tagen eine Geisterstadt machte. Noch als die Menschen abzogen, begannen die Roten Khmer mit der Zerstoerung der Stadt, sie legten Gebaeude in Schutt und Asche, sprengten Daecher und sogar die Nationalbank in die Luft. Ab dem ersten Tag setzten die Roten Khmer mit ihrem Anfuehrer Pol Pot einen systematischen Prozess des kommunistischen Umbaus in Gang, um das ganze Land in einen reinen Bauernstaat zu verwandeln. Diese menschliche Katastrophe sorgte zwar innerhalb der internationale Staatengemeinschaft fuer grosse Empoerung, Taten folgten aber wie so oft keine. Viele Kambodschaner ueber 30 haben unter den Roten Khmer ihre Eltern oder zumindest Angehoerige verloren. Dafuer gehoerten viele ueber 50 den Roten Khmer an, sei es aus Ueberzeugung oder weil sie dazu gezwungen wurden. Wer sich ihnen nicht anschloss, wurde gleich erschossen.

Die gesamte Bevoelkerung Phnom Penh wurde gewaltsam aufs Land umgesiedelt. Intelektuelle, Lehrer, Schriftsteller, Gebildete und deren Familien wurden in Massenexekutionen umgebracht. Bereits das Tragen einer Brille galt als Zeichen von Intelligenz und wurde als Verbrechen eingestuft, das mit dem Tode zu bestrafen war. Bis zu drei Millionen Menschen starben waehrend dieser Zeit, bevor vietnamesische Truppen einmarschierten und Pol Pot mit seinen Anhaengern in den Dschungel fluechtete.

Zeitzeugen der Schreckensherrschaft sind das Genozidmuseum Toul Sleng und die Killing Fields von Choeung Ek. Das Genozidmuseum befindet sich in einer ehemaligen Schule, in der die Roten Khmer ihr beruechtigtes Gefaengnis S-21 unterhielten. Mehr als 13'000 Menschen, andere Schaetzungen gehen von 20'000 aus, wurden hier bestialisch ermordet. Vor allem die gebildete Elite lernte das S-21 als Verhoer- und Folterzentrum kennen. Das Regime waehlte seine Opfer willkuerlich aus, sogar Kinder und Babys wurden verhaften und ermordet.

Durchschnittlich 1500 Gefangene wurden hier untergebracht, in winzige Zellen gepfercht oder in den ehemaligen Schulzimmern an den Boden oder aneinander gekettet. Als die vietnamesische Armee das Gefaengnis 1979 erreichte, traf sie nur noch sieben Haeftlinge lebend an. Ueberall lagen die Leichen von kurz zuvor ermordeten Gefangenen.

In Choeung Ek (Killing Fields, 12 km ausserhalb) erinnert eine Stupa an die Opfer. Die sterblichen Ueberreste von 8985 Menschen, die aus 86 Massengraebern geborgen wurden, befinden sich im Memorial. Noch immer gibt es 43 ungeoeffnete Massengraeber. In der modernen Gedenkstaette sind auf Regalen die nach Alter und Geschlecht geordneten Schaedel und Knochen sowei Kleidungsfetzen aufgestapelt.

Urspruenglich wurden die Opfer auf der Stelle erschossen, doch spaeter ging die Roten Khmer dazu ueber, ihre Opfer zu erstechen oder zu tode zu knueppeln, um wertvolle Munition zu sparen. Als das Benzin knapp wurde, wurden die Gefangenen auf ihrem Transport von Toul Sleng nach Choeung Ek einfach hinter die Fahrzeuge gebunden, zu Tode geschleift und danach in die Reisfelder am Strassenrand geworfen.

Trauer und Wut, Ohnmacht und Fassunglosigkeit machten sich in uns breit. Wie viele menschliche Tragoedien muessen sich noch ereignen, bis sich die Menschheit besinnt?

An dieser Stelle empfehlen wir euch gerne ein Buch: "Der weite Weg der Hoffnung" von Loung Ung (Fischer Verlag). Die Autorin war fuenf Jahre alt, als sie mit ihrer Familie aus Phnom Penh fluechten musste, eine bestuerzende und herzergreifende Lebensgeschichte.

Patrik

Montag, 26. November 2007

Beng Mealea - mitten im Dschungel

Weder die zweistuendige Tuktukfahrt noch der Preis von 35 $ fuer diese hielt uns davon ab, uns zum Beng Mealea fahren zu lassen. Als Michael uns davon erzaehlte, dass in diesem Tempel Indiana Jones 3 gedreht wurde, war die Sache fuer mich klar, diesen Tempel lassen wir uns nicht entgehen. Wer weiss, vielleicht kommen wir nie wieder hierher.

Das Spezielle an diesem Tempel ist, dass er so gelassen wurde, wie er vorgefunden wurde. Er liegt mitten in einem kleinen dschungelaehnlichen Wald. Wegen der langen Anfahrt wird er kaum von Touristen besucht und erst seit einem Jahr fuehrt eine gut ausgebaute Strecke hierher. Doch alle, die den Weg auf sich nehmen, sind begeistert und bereuen die Fahrt auf keinen Fall.

Kommt man beim Tempel an, wird man von den uniformierten Fuehrern erwartet, die einen ersten Einblick in das Gewirr des Tempels geben. Da mit uns gleichzeitig ein koreanisches Paar ankam, gingen wir zu fuenft auf Entdeckungstour. Vorneweg der Guide, dann wir und am Schluss die beiden Koreaner. Er untersetzt und staemmig, sie klein und zierlich, was zur Folge hatte, dass sie beim Klettern maechtig ins Schwitzen kamen. Ohne Klettern sieht man vom Beng Mealea nur einen kleinen Teil. Eine Art historischer, einen quadratkilometergrossen Abenteuerspielplatz aus dem 11. Jahrhundert.

Nach der gefuehrten Einfuehrung gingen wir auf eigene Faust los, denn es gibt noch vieles zu entdecken. An manchen Stellen sah der Tempel aus wie ein gigantischer Truemmerhaufen, an anderen war er erstaunlich gut erhalten und immer wieder wachsen Baeume auf den Mauerresten. Neben dem offiziellen Weg auf Holzbohlen, gibt es "offizielle" Kletterrouten, die man an den leicht abgewetzten Steinen erkennt und Routen, die man auf eigenes Risiko erkunden kann.

Uns sagte natuerlich besonders letzteres zu. Immer wieder ergaben sich neue Blicke auf den Tempel, Teile des Tempels sahen wir auf einmal aus einer anderen Perspektive nochmals. Dann versucht man sich vorzustellen, wie das Leben zur damaligen Zeit aussah, wie viele Menschen hier lebten.

Patrik

Sonntag, 25. November 2007

Sonnenseiten und Schattenseiten...

Waehrend unserer Reise durch Kambodscha erleben wir sehr viel Schoenes; die ueberwaeltigenden Tempel von Ankor, die wunderschoene Landschaft mit schier grenzenlos weiten Reisfeldern, freundliche und liebenswerte Menschen, traumhafte Straende im Sueden,... aber auch Trauriges. Hierzu zaehlt sicher die Armut, welcher wir tagtaeglich begegnen. Rund ein Drittel der kambodschanischen Bevoelkerung lebt unter der Armutsgrenze. Das heisst, ihnen steht taeglich weniger als 0,50 U$ zur Verfuegung. Viele junge Kambodschanerinnen arbeiten zudem unter schlechten Bedingungen und extrem niedriger Bezahlung (monatlich ca. 60 - 70 U$) in einer Textilfabrik rund um Phnom Penh. Als Folge der Schreckensherrschaft der Roten Khmer gehoeren Landminenopfer zum traurigen Strassenbild in ganz Kambodscha.

Der Tourismus in Kambodscha erlebt derzeit einen grossen Boom. So hat sich seit 2001 die Zahl der internationalen Ankuenfte etwa verdreifacht. Der Haupttouristenstrom bewegt sich vorallem in Siem Reap, rund um die Tempel von Ankor und in der Hauptstadt Phnom Penh. Hier begegneten wir dann auch vielen bettelnden Menschen/Kindern, StrassenhaenderlerInnen, welche mit dem Verkauf von Souvenirs ein paar Dollars verdienen wollen.

Auch ist im Land die Korruption weit verbreitet. Kambodscha rangiert auf dem internationalen Korruptionsindex auf Platz 162 von 179 Laendern. Wobei sich das Land in den letzten Jahren sogar noch "verschlimmbessert" hat! Wenn man weiss, dass der kambodaschanische Praesident der 13.reichste Asiate ist, weiss man auch, wer die "hohlste" Hand im Land hat! So haben wir bei der Einreise nach Kambodscha bereits am ersten Tag mit der kambodschanischen Transportmafia Bekanntschaft gemacht. Generell haben wir Auslaender immer mehr als die Einheimischen fuer Busfahrten bezahlt und die Tickes immer in US Dollar bezahlt und nicht in der Landeswaehrung (= Riel). Auf unserer Reise haben wir immer mal wieder kleineren Korruptionen stellen muessen. Beispielsweise an einer Strassenkontrolle, wo uns ein Polizist irgendeine Vignette fuer unseren gemieteten Roller verkaufen wollte oder ein andermal ein Touristenpolizist Eintritt fuer die Besichtigung eines Tempels verlangen wollte. Da die staatlichen Beamten, wie auch die staatlichen Aerzte und Krankenschwestern sehr wenig verdienen, sind sie fast gezungen, sich bestechen zu lassen, um zu ueberleben. So wurde uns gesagt, dass man in einem oeffentlichen Spital tagelang ohne Behandlung liegen kann, wenn man nicht bar fuer die Behandlung bezahlt.

Weitere Proleme sind das unterentwickelte Rechtssystem und ungeklaerte Grund- und Bodenverhaeltnisse. So haben wir in Sianoukville, ganz im Sueden an der Meer gesehen, wie die Landbevoelkerung von ihrem Boden vertrieben wurde, weil ein Grundstueckspekulant das Land gekauft hat und auf einen Bauboom in ein paar Jahren hofft. Die Bauern leben nun in slumartigen Behausungen aus Holz und Plastikplanen direkt am Strassenrand. Da sie nun kein Land mehr besitzten, um sich selbst zu versorgen, bleibt ihnen meist nur noch das Betteln.


Beim Reisen haben wir uns deshalb mehr als in anderen Laendern ueberlegt "wo wir unsere Dollars" lassen. So haben wir, wenn es moeglich war, sogenannte NGOs (=nicht Regierungsorganisationen) unterstuezt. Sei es, dass wir in solchen Shops ein paar Souvenirs gekauft haben oder in Restaurants solcher Organisationen assen. Durch diese Organisationen erhalten beispielsweise Behinderten, Frauen, Stassenkindern und ihre Familien Unterstuetzung und eine faire Verdienstmoeglichkeit.


In Siem Reap entschlossen wir uns, in einem von Beat Richners Kinderspitaelern Blut zu spenden. Waehrend unserer Reise durchs Land merkten wir erst richtig, was dieser Mensch hier leistet. Seine Spitaeler werden ausschliesslich von Spenden finanziert. So behandelt er alle Kinder bis zum 16ten Altersjahr gratis. Die Familie muss nur fuer die Verpflegung aufkommen, sofern es ganz arme Menschen sind uebernimmt das Spital dies ebenfalls. Die Spitaeler haben einen ausgesprochen guten Standart. So gibt es beispielsweise drei MRI Geraete. Dem einheimischen Personal werden faire Loehne bezahlt, um Korruption zu verhindern. (Auslaender werden auch gegen Bezahlung nicht behandelt, da dies der erste Schritt hin zur Korruption waere). Auch bieten die Spitaeler kostenlose Workshops fuer Hygiene, Kinderpflege, ... an.


So sind wir an unserem letzten Tag in Siem Reap mit dem Velo zum Spital gefahren. Am Eingang wurden wir vom Pfoertner zum Labor gefuehrt, wo uns eine Laborantin und ein Laborant freudlich empfiengen und sich bereits ein erstes Mal bedankten. Nachdem wir ein Personalblatt ausgefuellt hatten, wurde unsere Blutgruppen mittels eines kleinen Stichs in den Ringfinger bestimmt. Mit einem Laecheln teilte der Laborant Parik die Blutgruppe B mit. Waehrend in der Schweiz die Blutgruppe B selten ist, haben die meisten Kambodschaner Gruppe B und so benoetigen sie dieses am meisten. Danach wurde uns rund 3,1 dl Blut abgenommen, wobei fuer die Bestimmung der Menge der Blutbeutel einfach auf eine Waage (natuerlich keine Digitalwaage) gelegt. Obwohl die Aparaturen nicht auf topmodernstem Stand waren, erfolgte die Blutabnahme aeusserst professionel und absolut steril. Mehrmals wurden wir vom fuersorglichen Personal nach unserem Befinden befragt. Im Anschluss wurden wir noch fotografiert und somit waren wir in der Spenderkartei der Kanta Bopha Spitaeler aufgenommen. Auch erhielten wir einen offiziellen Blutspenderausweis, was fuer uns natuerlich ein nettes Souvenier ist, ein Getraenk nach Wahl, eine Tasche mit einem T-Shirt, Informationsmateriel zu den Spitalelern und zum Engagement von Beat Richner in Kambodscha und eine Packung Guetzli. Auch wurden wir mit Eisen- und Vitamintabletten fuer die darauffolgende Woche versorgt. Mit einem guten Gefuehl, mit unserem Blut vielleicht einem Kind hier zu helfen, verliessen wir das Spital.


Wer nicht weiss, was er mit seinem Weihnachtsgeld anfangen soll, kann sich unter www.beatocello.com informieren und einen sehr wertvollen Beitrag leisten.

Bettina

Freitag, 23. November 2007

Angkor

Die Tempel von Angkor sind ganz klar das touristische Highlight von Kambodscha, es ist die meistbesuchte Staette in Suedostasien und dies zurecht. In den sechziger Jahren zaehlte man in Kambodscha mehr Touristen als in Thailand. Die Tempel liegen auf einer Flaeche von 300 km2. Der bekanneste ist Angkor Wat. Deshalb entsteht vielleicht auch eine Begriffsverwirrung: Angkor meint alle Tempel und Angkor Wat ist nur einer davon.

Wir stiegen in Siem Reap im Guesthouse von Michael, einem Oesterreicher, ab. Dieses Guesthouse entwickelt sich zu einer Art deutschsprachiger Enklave. Michael ist neu im Geschaeft und bemueht sich sehr um seine Gaeste. Am liebsten sitzt er im Garten vor dem Guesthouse und unterhaelt sich mit ihnen. So haben wir viel ueber das Leben in Kambodscha im Allgemeinen und ueber die Tempel im Speziellen erfahren.

Da am Sonntag viele Kambodschaner bei den Tempeln picknicken (Einheimische bezahlen keinen Eintritt fuer die Tempel, Auslaender 40$ fuer drei Tage), beginnen wir mit der Besichtigung erst am Montag. Am ersten Tag fahren wir mit einem Tuktuk, am zweiten mit Fahrraedern und am dritten Tag erneut mit einem Tuktuk.

Bereits beim ersten Tempel dauert unsere Besichtigung ziemlich lange, dabei gehoert dieser Tempel zu den unspektakulaeren. Aber wir koennen einfach nicht durch die Tempel rauschen wie andere. Bei den Hauptattraktionen sind viele Gruppen unterwegs, vor allem Franzosen und Ostasiaten (Japaner, Chinesen und Koreaner). Wer Pech hat, wartet eine halbe Stunde, bis sich alle Japaner gegenseitig vor dem Tempel fotografiert haben. Die Franzosen fotografieren sich zwar nicht gegenseitig, sind jedoch oft alteren Semesters und somit nicht mehr so gut zu Fuss. Doch meist hatten wir Glueck und waren bei den Tempeln ohne Gruppen. Sonst warteten wir einfach. An dieser Stelle verzichten wir aus Ruecksicht auf detaillierte Beschreibungen der Tempel. In einem der Tempel, dem Ta Prohm, wurde der Film Tomb Raider mit Angelina Jolie gedreht. Ist auch sonst einer der Spektakulaersten Tempel, da maechtige Kapokbaeume auf den Terrassen und Mauern wachsen, ihre gewaltigen Wurzeln umklammern Waende, brechen grosse Steinbloecke auseinander.

Vor den Tempeln warten viele fliegende Haendler auf Touristen und bieten von Glueckssternen, Floeten, Schals, T-Shirts, Postkarten (Jeweils ein Buechlein mit zehn Karten und um dies zu beweisen, leierten die Kinder in allen moeglichen Sprachen die Zahlen von eins bis zehn herunter, in der Hoffnung, dass auch die Sprache des jeweiligen "Opfers" darunter ist.) bis hin zu Buechern alles moegliche an. Jeweils fuer einen Dolla, das "r" wurde nicht gesprochen, die Betonung auf der ersten Silbe. Unsere beiden neuen Freunde aus Berlin hatten das National Geographic Buch ueber Angkor dabei, die Originalausgabe fuer 30 Euro. Als wir zum Tuktuk gehen wollten, bot uns einer dieser Haendler das gleiche Buch fuer 8$ an. Als wir meinten, dass es eine Kopie sei, antwortete er nur, es sei "a very good copy", als sei dies das Selbstverstaendlichste der Welt. Es ist hier auch schwieriger, ein Originalbuch zu finden als "a very good copy". So kauften wir diese wirklich gute Kopie, die Fotos sind ganz wenig heller als im Original, fuer 7$.

Am ersten Tag besuchten wir acht Tempel. Interessant war, dass jeder von uns viern einen anderen Tempel als Favoriten hatte. Auf dem Rueckweg fuhren wir bei Angkor Thom und Angkor Wat vorbei. Vor allem Angkor Wat strahlte im schoensten Abendlicht. Es breauchte ziemliche Ueberwindung, den Fahrer nicht anhalten zu lassen. Morgen werden wir diese Tempel dann sehen.

Am zweiten Tag standen die Fahrraeder auf dem Programm. Die Fahrraeder haben wie hier ueblich nur einen Gang und haben schon einiges miterlebt. Jede kleinste Steigung spuert man sofort. Angkor Thom war eine Stadt mit einem quadratischen Grundriss von 3 km Seitenlaenge, umgeben von einem Wassergraben und einer 8 m hohen Mauer. Der Haupttempel von Angkor Thom, der Bayon zaehlt fuer viele wegen der 54 Tuerme mit jeweils vier riesigen Gesichtern von Lokesvara zum schoensten Tempel von Angkor. Im ganzen Tempel wird man von verschiedenen Seiten angeschaut. Die weiteren Tempel von Angkor Thom erkuneten wir dann zu Fuss.

Da Angkor Wat erst nach drei Uhr nachmittags in gutem Licht liegt, verbrachten wir die Zeit bis dahin in einem der vielen kleinen Restaurants mit jeweils zwei, drei Tischen. Die Grenzen der einzelnen Lokale sind genau abgesteckt, manchmal sogar mit einem gespannten Seil erkennbar. Als sich Sonja mit zwei Stuhlbeinen auf der anderen Seite der Grenze sass, musste sie sich sofort an einen anderen Ort setzen. Die Restaurants haben untereinander eine Art Kartell, d.h., die ankommenden Gaeste werden wie einem Lokal zugeteilt. Da wir zu viert ware, wollten sie, dass wir uns auf zwei Restaurants aufteilen, was fuer uns nicht in Frage kam.

Waehrend dem Essen sahen wir in hundert Metern Entfernung eine Regenwand auf uns zukommen. Es dauerte noch ein paar Minuten, dann war der Regen bei uns. Unter dem Dach wareten wir auf das Ende des Regens und hofften, dass es im Angkor Wat weniger Touristen hat. Dies trat leider nicht ein. Die anderen Touristen warteten einfach in ihren Bussen. Trotz all der anderen eindruecklichen Tempel ist der Blick auf Angkor Wat das, worauf ich gewartet habe. Die fuenf maiskolbenfoermigen Tuerme sind fuer mich das Sinnbild von Angkor. Dieser Tempel wurde um 1150 Vishnu geweiht und die Bauzeit soll dreissig Jahren betragen haben. Vor allem die Flachreliefs in den Galerien gehoeren zu den Meisterwerken dieser Zeit. Stoerend sind nur die gruenen Bauplachen an zwei der Tuerme. An diesen Tempeln wird dauernd irgend etwas restauriert.

Am dritten Tag wollten wir eigentlich den Sonnenaufgang erleben und standen dazu um vier Uhr auf. Wegen eines Gewitters haben wir dieses Unterfangen abgeblasen und sind nochmals schlafen gegangen. Der zweite Tempel an diesem Tag, der Banteay Srei, wird mit Unterstuetzung der Schweiz restauriert. Alle Restaurationsarbeiten werden in einer Kooperation mit einem Land oder einer auslaendischen Universitaet durchgefuehrt. Unser Berliner Freunde haben schon gespottet, ob die Schweiz eigentlich auch einen Tempel restauriert, nachdem wir sahen, dass sogar sich Indien finanziell am Wiederaufbau eines Tempels beteiligt. (Deutschland hat sich natuerlich Angkor Wat ausgesucht!). Banteay Srei ist ein kleiner Tempel, dafuer mit Verzierungen ausgestattet, die alle anderen Monumente Angkors uebertreffen. Ein Tempel wie die Schweiz: klein, aber ein Schmuckstueck!

Unterwegs sahen wir eine grosse Ansammlung von Motorraedern und fragten unseren Fahrer, war hier los sei, denn eine Hochzeit war es nicht. Dies sind Hahnenkaempfe. Eine solche Gelegenheit wollten wir natuerlich nicht verpassen und wir hielten an. Um die beiden Arenen standen ausschliesslich Maenner. Bei diesen Hahnenkaempfe wird viel Geld gewettet und entsprechend hitzig sind die Gespraeche. In einer Arena kaempften zwei Haehne miteinander. Klar, dass ich dies fotografieren musste. Da es eher dunkel war, schaltete ich den Blitz ein. Als dieser aufleuchtete, erstarrten die beiden schon vorher muede wirkenden Streithaehne regungslos in ihren Bewegungen und die Gespraeche verstummten sofort. Alle schauten in meine Richtung und brachen nach ein paar Sekunden der absoluten Ruhe in Gelaechter aus. Dies haette auch anders ausgehen koennen. Der Fahrer sagte mir dann, dass ich schon fotografieren kann, aber ohne Blitz.

Den Sonnenuntergang erlebten wir bei der nach dem nahen Dorf bezeichneten Rolousgruppe, wo sich einige der aeltesten Monumente aus dem achten und neunten Jahrhundert von Angkor befinden.

Die drei Tage in Angkor waren zwar lang und intensiv, aber trotzdem nie stressig, sondern abwechslungsreich und interessant. Wir hatten sogar noch Lust, am naechsten Tag einen weiteren Tempel zu besuchen. Den Dschungeltempel Beng Mealea. Doch dazu im naechsten Eintrag.

Patrik

Mittwoch, 21. November 2007

Irrawaddy - Delphine

In der Naehe von Kratie befindet sich einer der besten Plaetze, um die sehr seltenen Irrawaddy-Delphine zu beobachten. Wir waren uns lange nicht sicher, ob wir diesen Ausflug unternehmen sollen, denn der WWF raet davon ab. Doch im Nachhinein bereuen wir den Ausflug nicht. Denn unser Bootsfuehrer brauchte den Motor nur im Notfall und die Delphine wurden auf gar keinen Fall verfolgt. Auch waren keine weiteren Boote auf dem Wasser.

Zu sechst fuhren wir los, jeder hinten auf dem Motorrad mit eigenem Fahrer. Eigentlich wollten wir selber fahren, aber da die anderen, die mit uns von Laos nach Kratie reisten (ein Deutscher, zwei Englaender und eine Neuseelaenderin, die vier Tage spaeter zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren nach Hause reisen wird), ein Motorrad mit Fahrer mieteten, schlossen wir uns dem an.

Die Delphine sind das ganze Jahr ueber zu sehen, denn an dieser Stelle hat der Mekong Tiefwasserbecken, in denen sich die Delphine aufhalten. Als Saeugetiere kommen sie regelmaessig an die Wasseroberflaeche, um zu atmen. Sie sprangen jedoch nicht flippermaessig aus dem Wasser, sondern kamen nur kurz nach oben. So sahen wir die Tiere oefters, jedoch nie naeher als 20 m. Wir rechneten ehrlich gesagt nicht damit, die Tiere zu Gesicht zu bekommen. Forscher gehen davon aus, dass noch 100 Tiere leben und davon etwa 25 hier, rund 500 km vom Meer entfernt.

Obwohl es laut Reisefuehrer unmoeglich sei, die Delphine zu fotografieren, gelang mir dies dank meiner Kamera, weil sie keine Verzoegerung beim Ausloesen hat.

Patrik

Sonntag, 18. November 2007

Einreise nach Kambodscha

Obwohl wir uns es gewoehnt sind, unsere Reise selber zu organisieren, blieb uns auf Don Det in Suedlaos nichts anderes uebrig, als die Fahrt nach Kratie (in Kambotscha) durch ein Travel Office zu organisieren. Da es weder offizielle Bootsfahrplaene aufs Festland noch einen Busfahrplan von dort Richtung Sueden an die kambotschanische Grenze gibt. Alle Gaestehaeuser auf Don Det und das einzige Travel Office vor Ort organisieren aber diese Fahrt fuer 20 $, was fuer lokale Verhaeltnisse alles andere als ein Spottpreis ist. Im Reisefuehrer ist dann nicht zu unrecht von der "kambodschanischen Transportmafia" die Rede.

Morgens fuer lokale Verhaeltnisse ziemlich punktlich um 8 Uhr brachte uns ein kleines Boot ans Festland nach Nakasang. Vom der Bootsanlegestelle mussten wir dann einige hundert Meter zu Fuss bis zur Bushaltestelle gehen. Was aber nicht mehr als ein gemauerter Unterstand war. Dort wurde uns gesagt, dass wir noch etwa 30 Minuten auf die Busse warten muessten. Waehrend wir Traveller uns die Wartezeit mit Gespraechen ueber Erlebnisse in Laos verkuerzten, verteilten die rund 5 einheimischen Maenner unsere bezahlten Dollars untereinader, was uns an eine Gant (Viehauktion) erinnerte.

Um 9 Uhr ging es dann weiter. Wobei wir in die, bereits seid 8 Uhr bereitsstehenden, Mini-Vans einstiegen. Unser Gepaeck wurde auf das Fahrzeugdach gebunden. Zuerst fuhren wir auf einer Teerstrasse Richtung Sueden. Rund 7 Kilometer vor der Grenze endete diese und wir folgten einen hoprigen und mit Schlagloecher gepickte Naturstrasse, welche durch einen recht dichten Wald fuehrte. Man stelle sich in der Fantasie eine Raeuber- und Schmugglerstrasse vor, was der Strasse so ziemlich entspricht. Einmal mussten wir anhalten, da sich Aeste im Unterbau des Autos verfingen. Bei einigen Schlagloechern glauben wir, dass die Radachse des Wagen bricht. Fuer diese sieben Kilometer benoetigten wir etwas mehr als 30 Minuten - was wohl alles ueber den Strassenzustand sagt!

Schliesslich erreichten wir eine einsame Holzhuette im Wald. Wir wurden zum Aussteigen aufgefordert und es wurde uns gesagt, dass hier nicht der Samichlaus wohnt, sondern das dies hier der laotische Grenzposten sei. Hier stempelte der Beamte gegen eine Gebuehr von 1 $ unsere Paesse ab. Danach mussten wir rund einen Kilometer bis zum kambodschanischen Grenzposten zu Fuss gehen.

Fuers Visa wurde uns ein Formular ausgehaendigt, zudem benoetigten wir ein Passfoto. Unsere Daten wurde von Major Rose Dath, laut Stempel dem Chief of Visa Service aufs Visum uebertragen und dieses schliesslich in den Pass geklebt. Wir bezahlten fuer das Visa statt den ueblichen 20 $ dann 22 $. Der Goldschmuck, welcher der Beamte an Fingern und Handgelenk trug, zeigte dann auch, dass er kein armer Mann ist! Wenn man bedenkt, dass in unseren zwei Bussen rund 20 Personen sassen und alle 2 Dollar dirket in seine eigene Tasche zahlten... Fuers Stempeln der Paesse bezahlten wir dem "Stempelbeamten"ebenfalls nochmals 1 $ extra.

Auf der kambotschanischen Seite wurde unser Gepaeck wieder auf oder bzw. in den Minibussen verstaut. Von dort wurden wir weiter suedlich gebracht. Bereits nach rund einer halben Stunde Fahrzeit sahen wir mit den zwei wichtigsten Problemen von Kambodscha konfrontiert: einerseits der Korruption und andererseits der Armut. Entlang der Strasse konnten wir kleine, sehr einfache Holzhuettendorfer sehen, die weder fliessendes Wasser in irgend einer Form noch Elektrizitaet besassen. Obwohl Laos auch ein armes Drittweltland ist, ist die Landbevoelkerung von Kambotscha noch aermer.

Nach rund einer Stunde erreichten wir Strung Treng, den ersten groesseren Ort in Kambodschas Norden. Wir stoppten am Flussufer und es wurde uns mitgeteilt, dass wir hier auf die Ueberfahrt mit einer kleinen Faehre warten muessen. Komischerweise befand sich eine Bruecke in Sichtweite. Nach einiger Wartezeit mussten wir auch unser Gepaeck aus dem Wagen nehmen und dieses mit auf die Faehre nehmen. Auf der anderen Flussseite erwartete uns Mister T. und brachte uns in sein Restaurant. Er erklaerte, dass wir hier auf das Eintreffen des Fahrzeuges warten muessen, welches uns weiter bis nach Kratie, unserem Etappenziel bringen soll. Nach einer Stunde, in der wir uns alle verpflegt hatte, traf dann das Fahrzeug ein. Es war wieder der gleiche Wagen und derselbe Fahrer wie auf der anderen Seite des Flusses!

Schliesslich erreichten wir Kratie, wo wir direkt vor einem Gaestehaus mit Restaurant abgesetzt wurden. Natuerlich erwarteten die Busfahrer, dass wir auch hier einchekten. Da das Gaestehaus in unserem Reisefueher erwaehnt war, das Preis-Leistungsverhaeltnis fuer uns stimmte, stiegen wir hier ab. Fuer rund 10 andere Traveller, welche weiter nach Phnom Penh oder nach Siem Reap wollten, begann das gleiche Spiel wieder von vorne. Sie mussten wieder eine Stunde auf einen Anschlussbus warten, konnten sich aber derweil wieder im Restaurant verpflegen...

Nach rund 8 stundiger Reise fuer laecherliche 190 Kilometer genossen wir dann umso mehr den Abend in geselliger Runde beim ersten kambodschanischen Angkor Beer (Fuer mich, die auch nach viermonatiger Reise durch Asien, mit unzaehligen verschiedenen Biersorten immer noch kein Bier trinkt, war dann der Bananen-Shake)!

Bettina

Donnerstag, 15. November 2007

Fest zum Ende der Regenzeit

Zu Ende der Regenzeit des Suedwestmonsuns findet in Laos mit dem Vollmond im Oktober das Boun Ok Phansa statt. Es ist gleichzeitig das Lichterfest zum Ende der buddhistischen Fastenzeit. Die Moenche, welche die Regenzeit unter Fasten, Meditation und Beten in ihren Kloestern verbracht haben, duerfen diese wieder verlassen. Wir hatten die Gelegenheit, diese Festlichkeiten hautnah mitzuerleben. Angefangen mit den Vorbereitungen bis hin zu den Bootsrennen auf dem Mekong mit Booten zu 50 Ruderern.

Waehrend der Mittagszeit wird der That Luang, das wichtigste religioese Monument von Laos fuer eine Stunde geschlossen. Da wir gerade um diese Zeit dort waren, schauten wir uns ein bisschen auf dem Gelaende des dazugehoerenden Klosters um und fanden dort im Hauptraum ganz viele essende Frauen vor. Hinter dieser Halle wurde auf Feuern in grossen Toepfen Reis mit viel braunem Zucker so lange gekocht, bis eine caramelartige Masse uebrig blieb (khao naamtaan). Neugierig schauten wir uns das an und die Laoten boten uns sofort zum Probieren an, es schmeckte sehr lecker, ist jedoch schwierig zu beschreiben. Auf jeden Fall sehr suess und mastig. In einem anderen Topf wurde in Bananenblaetter gewickelter Reis mit Fruechten gekocht. Auch hier durften wir probieren. Nach dem Degustieren dieser beiden Koestlichkeiten war unser Hunger mehr als gestillt. Gerade als wir weitergehen wollten, kam ein Mann mit einer Schale von dem "Zuckerreis" und erwartete, dass wir den Inhalt verdruecken. Leider mussten wir ihn enttaeuschen, mehr als einen Loeffel davon brachten wir nicht mehr hinunter.

Am naechsten Morgen ging es weiter mit der grossen Almosenuebergabe an die Moenche. Zu Hunderten fanden sich festlich geschmueckte Laoten beim Kloster ein, um zuerst ihre Gaben von den Moenchen segnen zu lassen und diese ihnen spaeter zu uebergeben. Diese Zeremonie fand in der den Laoten angeborenen Wuerde und Eleganz, aber auch Ruhe und Gelassenheit statt. Natuerlich hielten wir uns dabei immer im Hintergrund auf.

Waehrend der ganzen Festzeit fand am Mekongufer, direkt vor unserem Guesthouse eine Art Jahrmarkt statt. Hunderte Essensstaende, Staende mit Kleidern und Schuhen, Werbestaende und genau an unserer Ecke ein CD-Stand, der mit Vorliebe Lambada, Boney M. und, was ganz schlimm war, Modern Talking spielte. In voller Lautstaerke mit altersschwachen Boxen. Jeden Abend bis um Mitternacht. Es war ganz uebel! Speziell waren auch die Spiele. Auf dem Boden liegen Bier- und 2 Liter-Petgetraenkeflaschen, die man gewinnen kann, indem man ein Waschbecken so auf die Flasche wirft, dass diese ganz zugedeckt wird. Was auf den ersten Blick ziemlich einfach ausssieht, entpuppte sich als schwierige Angelegenheit. Nicht dass wir es ausprobiert haetten, aber wir haben niemanden gewinnen sehen. Dass man eine Flasche BeerLao gewinnen moechte, kann ich ja noch verstehen, aber eine 2 Liter-Petflasche Mirinda oder Fanta.

Am Abend des Boun Ok Phansa wurden reich geschmueckte und verzierte Blumenkraenze und kleine Bambusboote mit einer Kerze, die von den Glaeubigen unter Gebeten auf dem Mekong ausgesetzt wurden. Leider kamen viele dieser Schiffe nicht weit, sie kenterten, blieben an der Uferboeschung haengen oder die Kerze erlosch. War schade um die kunstvollen und mit viel Sorgfalt hergestellten Gestecke.

Am Tag der Bootsrennen, Boun Nam, war die Hoelle los. Ganz Vientiane und Umland befand sich am Mekongufer. Alle kaempften um die besten Plaetze, darunter die wenigen Touristen, welche sich ins Getuemmel wagten. Am steilen Ufer standen viele provisorische Restaurants auf Stelzen, samt einer Art Terrasse mit freiem Blick auf den Mekong und die Rennen. Bei den einen Rennen standen alle Zuschauer auf, schrieen und gestikulierten wie wild, bei anderen Rennen blieben alle sitzen und redeten weiter, wie wenn nichts waere. Dies blieb fuer uns bis zum Schluss ein Raetsel. Jeweils 50 Ruderer waren gleichzeitig in einem Langboot. Die Boote wurden von Firmen oder Hilfswerken unterstuetzt. Die Firmen hatten am Ufer Zelte fuer die Ruderer und deren Anhaenger aufgebaut, die Hilfswerke nutzten den Anlass, um in den Ruderpausen mit Schiffen vor den Zuschauern fuer ihre Anliegen zu werben.

So sehr wir das bunte Treiben am Mekongufer genossen, freuten wir uns, als das Festival vobei war. Vor allem die Nachtruhe ohne Modern Talking und Boney M. hatten wir verdient. Am naechsten Tag raeumten auch die Verkaufsstaende die Strassen und wir hatten endlich freien Blick auf den Mekong.

Patrik

Sonntag, 11. November 2007

Si Phan Don - Viertausend Inseln

Bevor wir Laos verlassen, wollten wir unbedingt noch Si Phan Don (= Viertausend Inseln) besuchen. In dieser Region bildet er Mekong ein riesiges Archipel, welches sich ueber rund 14 km Breite erstreckt.
Mit einem oeffentlichen Bus, was als ein ueberdachter Pick-up mit zwei laengs aufgestellten Rueckbanken vorzustellen ist, erreichten wir die Region. Der Bus setzte uns an der Haupstrasse ab und wir gingen dann noch rund einen Kilometer zu Fuss zum Fluss. Dort brachte uns ein Boot nach Muang Khon, dem groessten Dorf auf der Insel Don Khong. Don Khong ist die groesste Insel der Gegend und ist zirka 8 Kilometer breit und etwa 20 Kilometer lang. Sie ist die einzige Insel, welche 24 Stunden Elektrizitaet besitzt.

In einer schoenen Tagestour umrundeten wir mit Fahrraeden die Insel. Wobei wir abschnittweise auf einem schmalen Trampelpfad direkt am Mekongufer entlang fuhren oder eine der beiden Teerstrasse der Insel benutzten. Ausserhalb von Muang Khong, waren wir dann auch die einzigen Touristen. Die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Laoten beeindruckte uns hier einmal mehr. Von allen Seiten wurde uns zugewunken, oder "Sabaidii" (=Hallo) zugerufen.

Bevor wir nach Don Det, eine kleinere noch recht urspruengliche und urchige Insel weiter suedlich fuhren, auf der es nur stundenweise Strom aus Benzingeneratoren gibt, nutzten wir die "Zivilisation" auf Don Khon, um auf die einzige Bank und auf das Postoffice zu gehen. Die Post war ein kleines Haus mit einem Tisch als Schalter und einer Uhr an der Wand. Hier wollten wir unsere letzte Postkarte abgeben. Das Problem war nur, dass es keine Briefmarken gab, beziehungsweise nur 1000er und 200er Briefmarken. Da eine Postkarte aber eine 7500 Kip Marke benoetigt, haetten wir 8 Marken aufkleben muessen! Dann haetten wir aber nur nach unsere Namen und die Adesse schreiben koennen. In einem Shop eines Gaestehause haben wir schliesslich doch noch eine Marke gefunden und sind wieder zurueck zur Post. Der Postbeamte war sehr erleichtert, als er die Marke sah. Beim ersten Besuch war es im gar nicht recht, dass er uns nicht behilflich sein konnte.
Die Bank war ein einem aehnlich schlichten Gebaude untergebracht. In der "Schalterhalle" befanden sich 2 Tische hinter welchen jeweils eine Frau sass. An der Wand war eine Wandtafel mit den aktuellen Wechselkurse aufgehaengt. Auf den Schreibtischen der beiden Frauen tuermten sich Berge von losen Papierblaettern, ebenso auf den einzigen Buecherregal im Raum. An dieses kahle Zimmer, waren zwei weitere Raeume angeschlossen. Dort sass jeweils ein Mann in weissem Hemd am Schreibtisch. Um unser Geld zu wechseln, setzten wir uns auf zwei Plasitkstuehle an den Schreibtisch der einen Frau. Die fuellte 4 verschiedene Formulare und Durchschlaege handschriftlich aus. (Darum das Papier auf dem Schreibtisch!) Danach ging sie mit den Papieren zum einen Mann ins Buero, der ebenfalls alle Papiere unterschrieb. (Trotz der Einfachheit, scheint es hier bereits schon ein "Qualitaetsmanagement" zu geben!) Danach wechselten wir den Tisch und die zweite Frau haendigte uns das Geld aus. Wir sind es uns mittlerweile gewohnt, dass wir fuer einen oder zwei US-Dollarscheine einen Stapel der lokalen Waehrung bekommen, in diesem Fall laotische Kip. Laengst fuehlen wir uns aber mit dem dicken Portemonnaie voller Geld nicht mehr als Millionaere, auch wenn dies zahlenmaessig nach wir vor so ist. Waehrend wir in der Bank waren, warteten noch ein paar Einheimische auf Plastikstuehlen neben dem Eingang, die uns beim Eintreten in die Bank aber sofort vorliessen. Beim Verlassen merken wir, dass diese Leute gar nicht warteten, sondern einfach da sassen, sich mit den Beamtinnen unterhielten, wenn sie keine Kundschaft hatten und es genossen, hier zu sitzten, da der Raum dank einer Klimaanlage angenehm kuehl war.

Mit einem kleinen Boot erreichten wir die Insel Don Det weiter suedlich. Hier gibt es keine Strassen und somit keine Autos und wie gesagt keinen Strom. Nach Sonnenuntergang wird von zirka halb sieben Uhr abend bis neun Uhr mit Generatoren Strom erzeugt. Die Unterkuenfte auf der Insel befinden sich alle direkt am Mekongufer und weisen denselben Standart auf. Es sind jeweils Holz- oder Bambusbungalows mit einem Bett, einer Matraze und einem Moskitonetz. Die meisten Huetten haben zudem ein Fenster ohne Scheibe, aber mit Fensterladen. Auf der Terrasse der Bungalows sind Haengematten gespannt, die zum Nichtstun (lesen, Tagebuch schreiben,...) einladen. Die Toilettenanlagen befinden sich ausserhalb und sind aehnlich einfach. Das Wasser fuer die Duschen kommt aus dem Mekong und es brauchte zu Beginn etwas Ueberwindung, sich unter das braune Wasser zu stellen. Doch die "Schauermaerchen", man ueberlebe auf Don Det nur mit einer 12er Packung Durchfallmedikamente bewahrheiteten sich nicht. Vielleicht hat aber unser Immunsystem bereits asiatischen Standart. Das Mekongwasser laesst sich aber auf Don Det dennoch gut vermarkten. Oder wer hat von euch schon einen "Muddy (=schlammig) Mekong" getrunken? Es ist ein Cocktail aus Kahlualikoer, Baileys und Coca-Cola.

Da die Insel so klein ist, lebt man hier wirklich mit den Einheimischen zusammen. Die meisten Leute hier sind Selbstversorger, haben Reisfelder im Zentrum der Insel, ein paar Kuehe, Wasserbueffel, Schweine, Huehner oder Enten und vermieten daneben noch ein paar Bungalows an Touristen. So war dann wiedereinmal nichts mit ausschlafen, denn um 5 Uhr kraehten jeweils die Haehne!

Mit Velos haben wir die Insel Don Det und ihre Nachbarinsel Don Khon erkundet, wobei der Somphamit - Wasserfall wirklich sehenswert war. Der Mekong stuerzt ueber mehrere Felsstufen in eine 10 Meter tiefe Schlucht.


Bettina

Montag, 29. Oktober 2007

Lao P.D.R.

Der offizielle Name von Laos ist Lao Public Democratic Republic, wobei dieses Land so demokratisch ist damals die DDR (Deutsche Demokratische Republik) oder heute China. Laos gehoert zu den wenigen verbliebenen kommunistischen Laendern. Nach meinen Informationen gibt es noch fuenf kommunistische Laender, neben Laos und Vietnam noch China, Kuba und ?. Vielleicht weiss es jemand von euch. In Laos zeigt sich dies jedoch nicht so offensichtlich wie in Vietnam. Das einzige sichtbare Zeichen sind die Hammer und Sichel-Fahnen, die oft neben der offiziellen Landesfahne aufgehaengt werden.

Die Einheimischen sagen fuer P.D.R. "please don't rush". Dies sagt schon viel aus ueber das Land und das meine ich positiv. Hier ist alles viel gemuetlicher und weniger hektisch als in den Nachbarlaendern. Die Einzigen, welche sich zwischendurch aufregen sind Touristen, die wegen irgend etwas nicht zufrieden sind. So nervten sich einige, dass der Bus unterwegs tanken geht statt waehrend der Wartezeit. Dies ist aber einleuchtend, da die Tankstelle am Weg liegt und somit weniger herumgefahren wird. Uns gefaellt diese Gemaechlichkeit jedoch, denn wir haben auch Zeit und sind nicht im Stress wie andere. Die einzige Deadline fuer uns ist das Ablaufdatum des Visa.

Laos gehoert zu den aermsten Laendern der Welt. Haelt man sich jedoch nur in der Hauptstadt Vientiane (Wer hat vorher von dieser Stadt schon einmal etwas gehoert?) auf, erhaelt man einen anderen Eindruck. Auf den Strasse bewegen sich hauptsaechlich grosse Pick up's im Stile Toyota Hilux 2,4 oder 2,7 l und zwar die neusten Modelle mit getoenten Scheiben. Kleinwagen wie bei uns sieht man sehr selten. Haeufig zu Gesicht bekommt man jedoch den alten VW Kaefer und andere Oldtimer. Allgemein sieht man wenig Autos auf den Strassen, die Geschwindigkeitslimite innerorts liegt uebrigens bei 30 km/h.

Wenn man sich in der Hauptstadt ein wenig genauer umsieht, entdeckt man viele Bueros internationaler Hilfsorganisationen wie WHO, UNICEF, Rotes Kreuz aus verschiedenen Laendern, aber auch von bilateralen Entwicklungshilfeprogrammen oder von NGO's. Im ganzen Land findet man Schilder, welche darauf hinweisen, dass diese Strasse, Bruecke, Beleuchtung, Schule, etc. dank der Unterstuetzung eines bestimmten Landes erstellt werden konnte. Besonders Frankreich als ehemalige Kolonialmacht, der Nachbar Thailand und die regionale Supermacht Japan tun sich hervor, aber auch ein Schild mit der italienischen Fahne haben wir schon gesehen. Trotzdem liegt noch manches im Argen, so werden quadratmetergrosser Loecher im Trottoir (Buergersteig) nicht geflickt, kaputte Lampen nicht ausgewechselt, Busverbindungen existieren nicht mehr, weil die vor zwei Monaten weggeschwemmte Bruecke noch nicht repariert ist.

Sobald man die Staedte verlaesst, aendert sich das Bild. In den meisten Doerfer leben die Menschen in Bambushuetten, haben keine Strom- oder Wasserversorgung. Auch sind viele Strasse noch nicht geteert, sondern holprige Sandpisten. Kuehe und Wasserbueffel spazieren gemuetlich ueber die Strassen, Hunde sitzen sowieso ueberall herum. Reparaturen des Motorrades, des Autos oder LKW's werden direkt auf der Strase vorgenommen.

Im Moment ist Laos ein tolles Reiseland und legen allen ans Herz, hierher zu kommen. Es ist touristisch nicht so verdorben wie Thailand, die Leute sind nicht so geldgierig wie in Vietnam. Wie sich das Land in den naechsten Jahren entwickeln wird, wird sich noch zeigen. So wie wir von verschiedener Seite gehoert haben, soll Vietnam vor ein paar Jahren noch ganz anders gewesen sein, eher so wie Laos heute. Wir hoffen fuer Laos nur das Beste.

Patrik

Sonntag, 28. Oktober 2007

Phonsavan - Der geheime Krieg und Ebene der Tonkruege

Zwischen 1964 und 1975 fuehrten die Amerikaner den "Geheimen Krieg" in Laos. Dieser Krieg wurde von den Amerikanern erst 1970 zugegeben. Auf dem Rueckweg von ihren Einsatzfluegen von Thailand aus Richtung Vietnam bombardierten die Amerikaner grosse Teile von Laos. Gruende waren unter anderem der Ho-Chi-Minh-Pfad im Sueden, ueber den die Nordvietnamesen ihren Nachschub in den Sueden des Landes organisierten. Daneben wollten die Amerikaner den Opiumanbau unter ihre Kontrolle bringen. Ebenfalls genannt wird, dass sie aus Sicherheitsgruenden die Bomben vor der Landung in Thailand abwerfen mussten, wenn sie unverrichteter Dinge aus Nordvietnam zurueckflogen. Zudem glaubten viele amerikanische Soldaten, dass Thailand und Vietnam aneinandergrenzen ...

Noch heute ereignen sich monatlich bis zu 26 Unfaelle mit nicht-detonierten Sprengkoerpern. Der groesste Teil der Bomnben waren Clusterbomben, die etwa 670 kleine Sprengkoerper enthalten, Bombies genannt. Im Flug teilt sich die Clusterbombe und die Bombies verteilen sich auf eine groessere Flaeche. Waehrend unseres Aufenthaltes hoerten wir die gewollte Detonation eines dieser gefundenen Bombies. Deshalb findet man vielerorts mit Bombenkratern uebersaete Landschaften. Waehrend der Regenzeit sammelt sich in vielen dieser Kratern Regenwasser und es entstehen unzaehlige kleine Seen.

Der Besitzer des Guesthouses Mr. Kong Keo erzaehlte in gutem Englisch viel und sehr eindruecklich ueber den Krieg und seine Zerstoerungen. Viele Menschen fluechteten tagsueber in Hoehlen, um nachts den Reis anzubauen. Mehrere Monate oder sogar Jahre lebten sie in den Hoehlen. Einmal wurde auch eine solche Hoehle von einer Rakete getroffen und viele Menschen starben. Ergaenzt wurden seine Ausfuehrungen durch einen von Kanadiern gedrehten Dokumentarfilm.

Leider konnte der Guesthousebesitzer nicht mit uns auf die Tour gehen, er sei busy erklaerte er uns. Es stellte sich dann am Abend heraus, dass er Freunde eingeladen hat, um am TV Thaiboxkaempfe anzuschauen. Die Region um Phonsavan hat nur abends von 18.00 Uhr bis am Morgen um 6.00 Uhr Strom, wenn ueberhaupt, denn einen Abend hatten wir keinen Strom. Deshalb wurde der Fernseher an eine Autobatterie angeschlossen. Als wir zurueckkamen, lag der "Duft" von einigen geleerten Beerlaoflaschen in der Luft und Mr. Kong erzaehlte mit glasigen Augen, dass sie auf die Kaempfer gewettet hatten.

Nach der Besichtigung eines Kraterfeldes besuchten wir ein Dorf, in dem die Bewohner die Bombenhaelften fuer verschiedene Zwecke brauchen. Als Zaun, als Blumenkisten, um darin Gewuerze anzupflanzen oder als Stelzen fuer die Vorratsspeicher. Gemaess dem Film wird das Metall der Bomben auch geschmolzen um daraus Alltagsgegenstaende zu schmieden. Da Phonsavan auf einer Hochebene auf 1200 Metern liegt, wird es abends ziemlich kalt und wir waren froh, dass wir uns um ein Feuer setzen konnten. Als Feuerstelle wurde, wie zu erwarten, eine Bombenhaelfte benutzt.

Das am Markt gekaufte Mittagessen nahmen wir an einem schoenen Wasserfall mitten im Dschungel zu uns. Der einzige Haken war der dreiviertelstuendige Fussmarsch, der zuerst steil nach unten fuehrte und natuerlich auch zurueck. Als uns der Guide erklaerte, dass am Fusse des Wasserfalls Reis angepflanzt wird und die Bauern den Weg jeden Tag zuruecklegen und auch der geerntete Reis ueber diesen Weg hochkommt, hielten wir uns mit weiteren kritischen Bemerkungen zurueck. Da der Guide Student an der oertlichen "paedagogischen Hochschule" ist, konnten wir uns endlich ueber den Tag der Lehrer informieren. An diesem Tag findet keine Schule statt und die Lehrer feiern ein Fest, zu dem sie von den Schuelern Geschenke bekommen. Geschenkt werden Gebrauchsgegenstaende und Schmuck, auf jeden Fall kein Essen. Falls dies von Schuelern gelesen wird ...

Als Abschluss unserer Tagestour besuchten wir die Ebene der Tonkruege, wobei die deutsche Uebersetzung des franzoesischen "Plaine des jarres" missverstaendlich ist, denn es handelt sich um Steinkruege. Bis jetzt wurde noch keine einleuchtende Erklaerung fuer diese ueberdimensionierten Steinmonolithen gefunden. Gemaess einer Legende tranken die Riesen Kha vor Tausenden von Jahren Reiswein daraus. Wenn man bedenkt, dass der groesste Steinkrug 3,25 m hoch und einen Durchmesser von 3 m hat, kann man sich vorstellen, wie gross diese Riesen sein mussten, um den 15 t schweren Krug heben zu koennen. Gemaess einer anderen Theorie wurden sie als Urnen benutzt. Da jedoch nur ein Krug einen Deckel hat, ist auch diese Theorie nicht stichhaltig. Wie auch immer, die Ebene war sehr eindruecklich. Erst vor kurzem konnte die laotische Regierung die Anerkennung der Staette zum Weltkuturerbe beantragen, weil die Felder wegen der nicht-detonierten Sprengkoerper nur schwer zugaenglich waren.

Patrik

Dienstag, 23. Oktober 2007

Vang Vieng - das Backpackerzentrum von Laos

Karstfelsen, Hoehlen und eine ideale Lage an einem Nebenfluss des Mekongs machen Vang Vieng zum Backpackerzentrum im Norden von Laos. Fuer die meisten Reisenden ist das kleine Staedtchen, das eigentlich nur aus einer Hauptstrasse besteht, an welchen sich Shops, Restaurants und Bars aneinanderreihen, ein beliebter Zwischenstopp. Fuer viele Kurzurlauber endet hier auch groessteenteils die Reise, da sie nur den Norden mit Luang Prabang, Vang Vieng und dann rund 3 Busstunden suedlich die Hauptstadt Vientiane besuchen und danach nach Thailand/Bangkok zurueckkehren.

Das erste Mal seit wir in Laos sind, wurde hier fuer uns der Massentourismus spuerbar. Die Restaurant mit einer westlichen (give Pizza a chance ) Karte sind hier in der Ueberzahl. Aus den Bars toenen westliche Popsongs, anstelle des Thaipops, welchen wir jeweils waehrend der Busfahrten in lokalen Bussen zu Ohren bekamen. Das Beerlao fliesst allabendlich in Stroemen und die vorwiegend sehr junge Travellerszene geniessen die absoluten Spottpreise der alkoholischen Getraenke. Andere Restaurants locken mit loungeartiger Atmosphaere, wo man sich auf Decken und Kissen flaetzen kann und dann den ganzen Abend Folgen der amerikanischen Soap "Friends" auf Grossbildschirm ansehen kann.

Das Angebot an sportlichen Aktivitaeten wie Kajakfahren, Mountainbiken, Klettern, Tubing, Trekking,... ist fast unerschoepflich. Darum und nicht zuletzt eben wegen der atemberaubend schoenen Landschaft in der Umgebung haben wir uns auch zu einem Zwischenstopp hier entschieden.

Am ersten Tag mieten wir uns in unserem Gaestehaus Mountainbikes, um die Umgebung zu erkunden. Hier gibt es mindestens 10 Hoehlen zu erkunden. Wir entschlossen uns zu einer Tour zur Poukham-Hoehle, in der sich eine liegende Buddhastatue befindet. Nachdem wir eine Holzbruecke ueberquerten, bei welcher wir je 6000 Kip (1,80 CHF) Wegzoll bezahlen mussten, folgten wir einer holprigen Schotterstrasse. Schon nach wenigen Kilometern hoerte ich ploetzlich einen Knall und hatte in der Folge einen platten Reifen. Inmitten von Reisfelden blieb uns nichts anderes uebrig, als das Fahrrad den ganzen Weg zurueckzuschieben, um ein anderes auszuleihen. Bei der Bruecke erinnerte sich die Kassiererin lachend an uns, sodass wir bei der zweiten Ueberquerung nichts mehr bezahlen mussten. Die Route fuehrte durch die imposante Karstfelsenlandschaft, durch kleine Doerfer und entlang von Reisfeldern, welche kurz vor der Ernte stehen. Ab und an mussten wir mit den Velos kleinere Holzbruecken ueberqueren, welche ueber kleinere Baeche fuehrten. In diesen genossen jeweils die Kinder aus den Doerfern eine erfrischende Abkuehlung. Bei einer solchen Bruecke verpflegten wir uns an einem Stand mit frischen, kuehlen Trinkwasser und ruhten uns ein wenig aus. Ploezlich hoerten wir ein Geraesch aus dem nahen Gebuesch und eine Gruppe von etwa 6 Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren marschierte in der Folge splitternackt und ungehemmt an uns vorbei, jeder Knirps hatte sein Buendel Kleider unter den Arm geklemmt...

Um zur besagten Hoehle mit der Buddhastatue zu gelangen, fuerte ein steiler Fusspfad an einem dieser Karstfelsen in die Hoehe. Die liegende Buddhastatue befindet sich in Eingangsbereich, sodass sie von aussen noch Licht erhaelt und auch fuer die Sandalentouristen zu besichtigen ist. Ausgeruestet mit Stirnlampe und gutem Schuhwerk erkundeten wir auf eigene Faust noch weitere 200 Meter der Hoehle, bis wir das Ende erreichten. Wir konnten hier grosse Stalaktiten sowie Stalakmiten sehen.

Der Rueckweg nach Vang Vieng war dann sehr muehsam. Unsere Fahrraeder liessen uns ein zweites Mal im Stich. So sprang bei Patriks Rad immer wieder die Kette vom Zahnkranz, was uns x-mal zum Anhalten zwang. Zum Schluss waren wir etwas entnervt, dass wie die letzten 3 Kilometer die Fahrraeder schoben!

Am zweiten Tag in Vang Vieng wollten wir uns im Tubing versuchen. Ausgeruestet mit zwei aufgeblasenen LKW-Schlaeuchen und einer wasserdichten Tasche brachte uns ein Sammeltaxi vier Kilometer flussaufwaerts. Nun konnten wir uns in den LKW-Reifen sitzend den Fluss hinutertreiben lassen. Die Hauptattraktionen unterwegs sind die zahlreichen Bars am Flussufer. Mit langen Bambusstoecken oder Seilen werden die Touristen an Land gezogen. Auch in diesen Bars fliesst dann das Beerlao und der LaoLao (Reisschnaps) reichlich. Daneben kann man sich aber auch etwas sportlich betaetigen, sei es mit Volleyball, Boccia und Sepak Takraw (eine suedostasiatische Variante von Volleyball, welches mit dem Kopf und den Fuessen und einem kleinen, aus Bambus geflochtenen Ball gespielt wird). Auch kann man sich auf spektakulaeren Seilbahnen oder an Konstruktionen, welche Tarzans Lianen aehnlich sind, vom Ufer in den kuehlen Fluss schwingen. Je nach dem, in wie vielen Bars man unterwegs stoppt, dauert eine Tubing Tour zwischen eineinhalb und ... Stunden. Wir waren etwa 4 Stunden auf dem Fluss. Unterwegs ist es ziemlich gemuetlich, so dass wir uns ueberlegten, welche Strecke der Thur sich am besten fuers Tubing eignen wuerde und ob es sich lohnen wuerde, eine Tubingfirma zu gruenden, wenn wir wieder zu Hause sind.

Bettina

Luang Prabang

Wir moechten euch hier einen Tag in der ehemaligen Koenigsstadt Luang Prabang schildern. Nach der zweitaegigen Bootsfahrt auf dem Mekong kamen wir hier an. Im 18. Jahrhundert standen hier 65 Kloester, in 29 davon leben heute noch Moenche. Jeden Tag findet in den Morgenstunden das dag bat, der Almosengang statt. Dem Alter nach aufgereiht, gehen die Moenche und Novizen durch die Strassen und erhalten von den Glaeubigen ihr Essen fuer den Tag.

Dieses Erlebnis wollten wir uns natuerlich nicht entgehen lassen und so fragten wir im Guesthouse, um welche Zeit dies stattfindet. Um Viertel nach fuenf, war die Antwort. Also verabredet wir uns mit Sophie, mit der wir seit der Gibbon Experience zusammen reisen, und einer Kollegin von ihr um fuenf Uhr. Auf leisen Sohlen schlichen wir durch das Guesthouse, um die Angestellten, die im Eingangsbereich auf dem Boden schlafen nicht zu wecken. Kaum waren wir draussen, wurden wir von drei Almosenverkaeuferinnen bestuermt. Mit dem Satz "You like the monks" wurden wir aufgefordert, uns fuer den Almosengang einzudecken. Dies liess schon erahnen, was auf uns zukommt.

Der Almosengang begann dann erst um sechs Uhr. Eine Gruppe von aelteren Japanern oder Koreanern hat sich auf Stuehlen am Strassenrand aufgereiht. Nur wenige Einheimische waren zu sehen. Die Moenche gingen mit stoischer Ruhe, jedoch mit zuegigem Schritt an den Glaeubigen vorbei. Einige der Gaben, vor allem Klebreis gaben sie gleich an Bettler weiter. Auch sonst gehoeren die Moenche zum alltaeglichen Bild. Oft sieht man sie in Zweier- oder Dreiergruppen unterwegs, meist mit einem Regenschirm "bewaffnet", um sich vor der Sonne zu schuetzen, da es ihnen nicht erlaubt ist, den Kopf zu bedecken. Oder man trifft einen Moench im Internetshop wie gerade jetzt.

Um die fruehen Morgenstunden zu nutzen, stiegen wir nach dem Fruehstueck zum Phousi hinauf. Dies ist der Hausberg Luang Prabangs, von dem man einen tollen Blick auf die Tempellandschaft und den Mekong hat. Ueber 329 Stufen fuehrt der Weg nach oben, vorbei am Heiligen Fussabdruck Buddhas. Er scheint ziemlich grosse Fuesse gehabt zu haben. Tatsaechlich bietet sich einem vom Phousi ein schoenes Panorama.

Weil das Palastmuseum Dienstags geschlossen ist, spazieren wir dem Mekong entlang zum Vat Xieng Thong, einem der beeindruckendsten Kloester von Laos. 1560 wurde es als koenigliches Kloster erbaut. Wir verschonen euch hier mit weiteren Details zu dieser praechtigen Anlage, verweisen euch auf die Fotoseite, wo bald entsprechende Fotos erscheinen werden.

Vor dem Ausflug zum Wasserfall Kuang Xi verpflegen wir uns in einem Restaurant am Mekong. Fuer die 32 km lange Strecke brachte der Fahrer fast 45 min, da innerorts die Geschwindigkeit auf 30 km/h begrenzt ist und er ausserorts auch nicht viel schneller fuhr. Daneben hat es immer wieder Kuehe und Wasserbueffel, welche gemuetlich ueber die Strasse gehen und natuerlich Vortritt geniessen. Der Wasserfall liegt in einer Dschungellandschaft und stuerzt ueber 30 m in die Tiefe. An den Seiten fuehren Wege nach oben, wobei derjenige, den wir fuer den Weg nach oben gewaehlt haben, stark an die Gibbon Experience erinnerte. Oben angekommen, durchwateten wir den Fluss, um an der anderen Seite runterzugehen. Unterhalb des Wasserfalls hat es Badestelle. Obwohl das Wasser ziemlich kalt war, liessen wir uns das erfrischende Bad nicht entgehen.

Fuer das Abendessen gingen wir an den Nachtmarkt, wo wir an einem Stand ein vegetarisches Buffet fuer 5000 Kip (1 Fr. entspricht etwa 7400 Kip) pro Teller assen. Die Teller konnten dabei gefuellt werden wie man will. Das obligatorische BeerLoa kostet mit 9000 Kip fast das Doppelte (ist aber auch eine grosse Flasche, 640 ml). Nachdem wir durch den Nachtmarkt geschlendert waren, bis dieser gegen 22.00 Uhr schloss, gingen wir ins Hive, eine angesagte Bar, bis sie uns auch dort um Mitternacht rauswarfen.

Keine Angst, dies ist auch fuer uns kein normaler Tag, aber genau so hat es sich abgespielt. Die vier wichtigsten Attraktionen einer Stadt am gleichen Tag tun wir uns sonst nicht an, sondern es nehmen es gemuetlicher. Die naechsten drei Tage in Luang Prabang bestanden dann auch hauptsaechlich im Ausschlafen, verschiedenen Marktbesuchen und dem Besuch des Palastmuseums.

Patrik

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Mit dem Slow Boat auf dem Mekong

Nach der Gibbon Experience entschlossen wir uns, die Strecke von Houay Xai bis nach Luang Prabang auf dem Mekong mit einem sogenannten Slow Boat zurueckzulegen. Eine zweitaegige Reise mit jeweils rund sieben Stunden auf dem Boot. Diese Fahrt gehoert zu den Hoehepunkten einer Laosreise.

Die Ausstattung dieser Langboote variiert und ist dann auch zufaellig. Denn die Bootsbesitzer koennen sich auf einer Liste eintragen und sind dann zirka alle 3 Monate an der Reihe, Touristen auf dem Mekong zu befoerdern, was natuerlich ein lukrativeres Geschaeft ist, anstelle von Guetern wie Reis, Mais o.a... So faehrt dann pro Tag immer nur ein Boot. Was soviel bedeutet, dass die Boote in der Hauptsaison ziemlich ueberfuellt sind. Dann sind manchmal bis zu 80 Leute auf einem Boot. Unseres war mit rund 40 bis 50 Touristen sehr gut besetzt.

Unterwegs stoppt das Boot bei unterschiedlichen Doerfern, wobei es keinen eigentlichen Fahrplan oder offizielle Anlegestellen gibt. Die Menschen stehen jeweils am Ufer und winken mit einem Tuch, was fuer den Kapitaen soviel bedeutet, dass er anlegen soll. Unterwegs steigen jedoch nur wenige Einheimische zu oder aus. Oft wurden nur Waren ge- oder entladen. Bei jedem dieser Doerfer konnten wir spielende Kinder beobachten, welche sich am Ufer des Mekongs vergnuegten. Diese liessen sich durch die fotografierenden Touristen keineswegs ablenken...

Nach rund 7 Stunden auf ziemlich unbequemen und engen Holzbaenken mit steilen Lehnen waren wir froh, Pakbeng, unser Etappenziel, erreicht zu haben und unsere steifen Gelenke etwas zu bewegen. Dieser Ort zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass alle Boote auf dem Weg von Houay Xai nach Luang Prabang oder umgekehrt hier anlegen. Deshalb stehen in Pakbeng viele Guesthaeuser und Restaurants, die um die ankommenden Touristen buhlen. Dies erschwert das Aussteigen aus dem Boot. Morgens um neun ist die Welt wieder in Ordnung, denn dann ist auch das zweite Boot abgefahren und freiwillig bleibt niemand laenger in diesem Ort. Durch die Schilderungen in unserem Reisefuehrer, mit Horrorgeschichten ueber Stomausfaelle und Diebstaehle, befuerchteten wir das Schlimmste...

Wir stiegen in einen kleinen Gaestehaus in der Naehe der Schiffsanlegestelle ab, sodass wir am naechsten Morgen nicht weit zum Boot hatten und so 5 Minuten laenger schlafen konnten. Der Stromausfall bewahrheitetet sich dann auch, so dass wir auf Kerzen und Taschenlampe angewiesen waren, bestohlen wurden wir nicht und auch andere "Raeubergeschichten" erlebten wir nicht. Wir teilten uns das Zimmer mit Sophie, der Englaenderin, welche wir seit Gibbon Experience kennen. Waehrend Patrik und ich im Bett schliefen, begnuegte sich Sophie mit einer Matratze auf dem Boden. Die erste Matratze mussten wir aber kurz vor dem Schlafengehen nochmals umtauschen, da wir im Taschenlampenlicht Ungeziefer, wahrscheinlich Bettwanzen, entdecken konnten! Das Patrik und Sophie bereits ein paar juckende Bisse seit der Gibbon Experience besitzten, konnten wir alle auf weitere verzichten!!!

Am zweiten Tag fuhren wir mit dem Boot wiederum in sieben Stunden nach Luang Prabang. Wobei wir dieses Mal auf etwas bequemeren Plasikstuehlen sitzen konnten. Diese waren aber im hinteren Teil des Bootes, was mehr Motorenlaerm bedeutete und man sich nur schwer unterhalten konnte. Auch der i-pod hatte keine Chance. Doch mit genuegend Lekture war auch dies kein Problem. Zudem entschaedigte die ausserordentlich schoene Landschaft entlang des Mekongs fuer die Strapazen der Reise. Obwohl der Mekong noch nicht die Haelfte seines Weges bis zum suedchinesischen Meer erreicht hat, ist er bereits schon jetzt ein atemberaubend breiter Strom!

Bettina

Gibbon Experience

Nachdem ihr euch sicher alle unter www.gibbonx.org ueber die Gibbon Experience informiert habt, moechten wir euch erzaehlen, was wir waehrend den drei Tagen im Dschungel erlebt haben.

Lange waren wir nicht sicher, ob wir an der Gibbon Experience teilnehmen sollen, denn es ist ziemlich teuer. Doch als wir sahen, dass ein dreitaegiges Trekking im Norden Laos fast gleichviel kostet und die Gibbon Experience einzigartig ist, versuchten wir unser Glueck im Buero in Houay Xai. Denn normalweise muss man sich zehn Tage vorher anmelden. Obwohl die Gibbon Experience in keinem Reisefuehrer erwaehnt ist, ist die Nachfrage gross, dank Mund zu Mund Propaganda und verschiedenen Internetforen. Da sie fuer den naechsten Tag noch auf drei Personen warten, hatten wir eine grosse Chance, bereits mit der naechsten Gruppe mitgehen zu koennen. Tatsaechlich tauchten diese drei nicht auf und wir bekamen zwei Plaetze. Unsere Gruppe bestand aus einem Deutschen, einer Irin, einer Englaenderin, zwei Kanadiern und uns. Fuer einmal eine Gruppe ohne Hollaender. Zur Ehrenrettung meiner Halblandsleute: Ein Hollaender hat uns den Tipp gegeben betreffend der Gibbon Experience. Danke Bas!

Weil es am Tag zuvor geregnet hat, hiess das fuer uns, sechs Stunden durch den Dschungel zu marschieren. Dank den Gummischuhen mit Noppenprofil (=aehnlich von Fussballschuhen), die wir bekamen, hatten wir auf dem rutschigen Schlammpfad einen guten Halt. Zwischen durch regnete es, aber nicht so stark. Nach fuenf Stunden erreichten wir das Basisdorf.

Ein paar Informationen zur Gibbon Experience:
Gegruendet wurde die Gibbon Experience im Bokeo Nature Reserve im Norden Laos von einem Franzosen vor etwa drei Jahren. In diesem Park leben mehrere Gibbonfamilien. Die Idee war, ein Projekt zu starten, bei dem die einheimische Bevoelkerung mitarbeiten kann, um einen Sinn fuer den Erhalt des Regenwaldes und den Schutz der Tiere zu sehen. Im Moment arbeiten ueber 30 Einheimische fuer das Projekt, sowie ein paar Freiwillige aus westlichen Laendern. Wenn die ganze Infrastruktur steht, soll sie voellig in die Haende der Laoten uebergehen. Heute stehen fuenf komplette Baumhaeuser (mit Dusche und Toilette), beim sechsten fehlt die Wasserversorgung. Geplant sind noch weitere fuenf bis sechs Baumhaeuser. Als Verbindung zwischen den einzelnen Standorten wurden Stahlseile gespannt, an denen man sich mit Rollern einhaengen und rutschend "fortbewegen" kann. Das Ganze funktioniert natuerlich nur in eine Richtung. Schaut unsere Fotos an und ihr werdet es besser verstehen.

Zurueck zu unserem Trip: Die letzte Stunde vom Dorf war die Schlimmste. Zuerst mussten wir einen Fluss durchqueren. Das Wasser war zwar nur knoechelhoch, aber nachher hatten wir alle nasse Fuesse. Durch den Urwald fuehrte ein steiler, schlammiger Weg. Nur muehsam kamen wir voran. Ally, die Quasseltante aus Irland, hatte wegen einer geplatzten Blasen eine blutige Ferse. Schliesslich erreichten wir das Camp, wo wir von einem asiatischen Schwarzbaeren, einem kleinen Affen, einer Katze sowie ein paar Tourguides begruesst wurden. Ausgeruestet mit einem Klettergurt mit Rollen ging es zur ersten Zipline, die zum Baumhaus fuehrte. Da es Mateo, einer der Kanadier, dem Tourguide Dave gleichtun wollte, und mit einem kurzen Spurt startete, verhedderte er sich mit seinen Dread Locks am Kabel und riss sich eine halbe Locke aus. Der laotische Tourguide meinte ganz trocken, dass dies ein Beispiel sei, wie man es nicht machen sollte. Ohne weitere Zwischenfaelle erreichten wir das Baumhaus auf 35 Metern. Sogleich gingen wir auf Erkundungstour zu den einzelnen Ziplines. Eine der Zipline ist fast 450 Meter lang und man ist ueber 30 Sekunden unterwegs. Dabei hat man eine fantastische Aussicht ueber den Dschungel, Baeume soweit das Auge reicht, etwa 60 bis 80 Meter ueber dem Boden. Zwischen den einzelnen Ziplines muss man jeweils ein paar Minuten laufen, um wieder Hoehe zu gewinnen.

Geschlafen wird wie schon erwaehnt in den Baumhaeusern, ausgeruestet mit einem Frischwasserhahn und Badezimmer mit Dusche und Toilette (mit atemberaubenden Blick in den Urwald und durch den Lattenrost bei der Dusche auch nach unten). Das Essen wird von den Laoten ueber die Zipline gebracht. Unglaublich wie sie es schaffen, so elegant drei Toepfe mit Essen, die grossen Taschen mit Badetuechern und Decken zu bringen. Kaum sind sie da, sind sie auch schon wieder verschwunden. Die Hauptnahrung besteht aus Klebreis (sticky Rice) mit verschiedenen Gemuesen und wer wollte, Fleisch (wir Vegetarier waren fuer einmal in der Mehrheit!). Und das drei Mal am Tag. Zum Fruehstueck gab es als Abwechslung Ruehreier statt Fleisch.

Doch die Hauptsache war natuerlich das Zippen, das wir vor allem am zweiten Tag ausgiebig genossen. Einige konnten mit ihren Fotoapparaten auch filmen. Das Resultat waren abenteuerliche Filme hoch ueber dem Dschungel mit denentsprechenden Kommentaren oder Schreien. Am Morgen des zweiten Tages hoerten wir die Gibbons singen. Sie waren ganz nah, wir konnten sie sogar sehen, wenn auch nur als schwarze Punkte in den schwankenden Baeumen. Wenn die Gibbons am Morgen singen, bedeutet das, dass es nicht regnet. Regnet es zwei Tage hintereinander nicht, dann werden wir mit dem Jeep abgeholt, ansonsten muessen wir sieben Stunden zuruecklaufen. Fuer die Schlaumeier: Ich weiss selber, dass der Hinweg nur sechs Stunden dauerte, aber wir haben das Baumhaus gewechselt und von diesem sind es eben sieben Stunden. Da alle mehr ode weniger laediert waren, beteten wir, dass wir die Gibbons auch am dritten Tag singen hoeren. Bettina hatte auf einem Zehen eine Blase und ich war einmal zu schnell auf der Zipline unterwegs, so dass ich mit der Schulter statt dem Roller bremste. Was eine Schuerfung hinterliess, welche aber mittlerweile gut heilt. Jedoch wird mich ein bleibendes Souvenir in Form einer Narbe an dieses Erlebnis im Dschungel von Nordlaos erinnern!

Unser Flehen wurde erhoert und die Gibbons sangen auch am letzten Tag. Zu weit weg, um sie sehen zu koennen. Auf dem Rueckweg mussten wir drei Fluesse durchwaten, der erste war fast huefttief, so dass wir die Hosen auszogen. Unser Guide meinte, wir sollen die Hosen nicht wieder anziehen, weil bald ein zweiter Fluss kommt. Die Zeitangaben der Laoten sind nicht sehr zuverlaessig, es dauerte gut zehn Minuten bis zum naechsten Fluss. Waerend dieser Zeit setzten wir uns dem Gelaechter der auf dem Feld arbeitenden Laoten aus, die sich ueber unser komisches Aussehen amuesierten. Gut 45 Minuten nach uns kam dann der zweite Teil unserer Gruppe im Dorf an, wo der Jeep auf uns wartete. Der Weg zueruck nach Houay Xai war dann nicht minder spektakulaer, da die Strasse abschnittweise immer noch tiefschlammig war. Einmal mussten die Fahrer aussteigen und mit Schaufeln und Hacken die Strasse fuer die Weiterfahrt praeparieren. Kurz bevor wir die Teerstrasse erreichten, durchquerten wir nochmals einen Fluss- diesmal trockenen Fusses auf dem Pick up sitzend!

Falls ihr in naechster Zeit in Laos seid, duerft ihr die Gibbon Experience auf keinem Fall verpassen.

Patrik

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Ankunft in Laos

Nach der Ankunft in Laos haben wir lange ueberlegt, wohin unsere naechsten Schritte fuehren sollen. Nach laengerem Hin und Her, mehrfachem aenderen der Plaene sieht es nun folgendermassen aus: Morgen oder uebermorgen gehen wir auf die "Gibbon Experience" (Siehe www.gibbonx.org, ein Blick lohnt sich !), das heisst wir sind drei Tage im Dschungel. Danach fahren wir zwei Tage mit dem Slowboat auf dem Mekong von Houay Xai nach Luang Prabang.

Das heisst, wir sind in den naechsten Tagen nicht online. Sobald wir wieder in der Zivilisation sind, d.h. in Luang Prabang, berichten wir ausfuehrlich ueber unsere Erlebnisse.

Bettina und Patrik

Sonntag, 7. Oktober 2007

Tag der Lehrer - Im hohen Norden von Thailand

Heute am 7. Oktober wird in Laos der Tag der Lehrer gefeiert (In der reformwuetigen schweizerischen Schullandschaft koennte dies eigentlich auch eingefuehrt werden). Wie dieser Tag gefeiert wird, wissen wir leider auch nicht, denn wir sind immer noch in Thailand. Falls wir in Laos etwas herausbekommen, werden sofort darueber berichten.

In Thailand hat uns die Regenzeit eingeholt. Seit drei Tagen regnet es sehr oft und zeitweise auch heftig. Von Thaton einer Grenzstadt mit Myanmar/Birma fuhren wir mit einem Boot auf dem Mae Kok nach Chiang Rai. Waehrend dieser Fahrt regente es zum Glueck nur leicht. Der Fluss fuehrte viel Wasser, was die Fahrt beschleunigte und auch der Bootsfahrer legte sich ins Zeug. Zum Glueck kannte er den Weg und brachte uns sicher ans Ziel. Mit einem hollaendischen Paar, die mit dem Fahrrad von Chiang Rai nach Ayutthaya fahren und einem deutsch/schweizersichen Paar hatten wir ein eigenes Boot gechartert. So konnte wir unterwegs anhalten.

Von Chiang Rai erkundeten wir den hohen Norden Thailands. Mit einem Mietwagen samt Fahrer ging es zuerst auf den Doi Tung (1480 Meter), vom dortigen Kloster hat man bei klarem Wetter einen tollen Ausblick. Doch wie gesagt ist gerade Regenzeit und wir sahen so ziemlich nichts. Das Kloster wir zu allem auch noch renoviert. Als naechstes fuhren wir nach Mae Sai, Grenzstadt nach Birma. Hier ist der Grenzuebertritt fuer einen Tag noch moeglich, doch wir verzichteten darauf. Entweder richtig oder gar nicht. Diesseits und jenseits der Grenze kann man billig chinesiche Waren kaufen. So zum Beispiel drei nachgemachte Sonnenbrillen fuer 100 Baht (etwa 4 Fr.). Hier hatte das Wetter ein Einsehen mit uns und wir konnten vom Aussichtspunkt bei recht guter Sicht unsere Fotos machen. Nur wenige Minuten spaeter regnete es wieder aus Kuebeln. Nach einem Rundgang durch den Markt wollten wir wieder abfahren und sahen, dass hinter unserem Van (wir parkten quer zur Fahrtrichtung auf einem Parkplatz) ein Lieferungswagen (der parkte in Fahrtrichtung auf der Strasse) stand, der die Wegfahrt blockierte. Vom Fahrer war weit und breit nichts zu sehen. Wegschieben war auch nicht moeglich. Nach einer Viertelstunde tauchte ein Polizist auf, der in seine Trillerpfeife blies und wild mit den Armen fuchtelte. Dass der Fahrer des Lieferwagens dadurch auftauchte, hatte niemand von uns erwartet. Aber er machte die beiden Besitzer der Wagen rechts von uns ausfindig. Diese konnten vor dem Lieferwagen herausfahren und schliesslich gelang es auch unserem Fahrer, loszufahren.

Dass es unterwegs zum Goldenen Dreieck (Dreilaendereck Myanmar/Birma - Laos - Thailand) regnete, muss wohl nicht erwaehnt werden. Die Grenzregion dieser drei Laender heisst Goldenes Dreieck, weil hier drei Viertel des Weltopiums produziert wird. Heute stammt der groesste Teil aus Birma. In Thailand ist es wenigen Bergstaemmen erlaubt, Mohnpflanzen fuer die Opiumproduktion zu medizinischen Zwecken und fuer den Eigenbedarf anzubauen. Wie durch ein Wunder hatten wir auch hier eine Regenpause, so dass wir freie Sicht auf das Dreilaendereck hatten. Der Mae Sai River fliesst in den Mekong, der an dieser Stelle etwa hundert Meter breit ist. In der Naehe befindet sich die Hall of Opium, ein sehr interessantes und informatives Museum ueber die Geschichte, die Herstellung und die Auswirkungen des Opiums. Wir hatten nur noch eineinhalb Stunden Zeit, haetten gut und gerne die doppelte Zeit dort verbringenkoennen. Das selber Ausprobieren gehoerte natuerlich nicht zum Programm der Ausstellung. Das bisher interessanteste Museum unserer Reise.

Dank dem regnerischen und somit auch kuehlem Wetter hatten wir die ersten Tage, an denen wir nicht schwitzten. Auch brauchten wir fuer die Nacht seit langem wieder den normalen Schlafsack, sonst haetten wir gefroren. Als wir einmal in einem Raum waren, der mit einer Klimaanlage auf 21 Grad heruntergekuehlt war, begannen wir nach einer gewissen Zeit an zu frieren. Die Heimkehr naechsten Sommer wird fuer uns sicher schlimm, alles unter 25 Grad ist fuer uns zu kalt. Also sorgt fuer warmes Wetter naechsten Juni.

Morgen geht es weiter nach Chiang Khong, Grenzstadt zu Laos. Auf Laos freuen wir uns besonders, da wir ueber dieses Land bisher nur positives gehoert haben und alle davon schwaermen.

Patrik

Thailaendische Kueche

Waehrend unserer Tage in Chiang Mai, im Norden von Thailand, besuchte ich einen eintaegigen Kochkurs. In der Hoffnung, mir einige Grundkenntnisse der thailaendischen Kueche anzueigenen, welche ich dann zu Hause ausprobieren kann.

Da in Thailand immer noch Nebensaison ist, hat es verhaeltnismaessig wenig Reisende unterwegs. So waren wir nur zu dritt im Kochkurs. Ineke und Sanne waren aus Holland und wollten wie ich vegetarisch kochen. Nokky (=was auf thailaendisch Vogel bedeutet) war unsere Kochschulehrerin. Sie "zwitscherte" dann auch ununterbrochen, wusste immer noch etwas Interessantes oder Lustiges zu erzaehlen...

Am Morgen besuchten wir zuerst den lokalen Markt, wo wir die Zutaten fuer die Gerichte einkauften und die unterschiedlichsten Gemuese und Gewuerze kennenlernten. Natuerlich sah alles sehr einladend aus, die Vielfalt war beeindruckend und die frischen Gewurze dufteten herrlich! Nokky wusste auch ueber unsere Kueche Bescheid und so konnte sie uns erklaeren, welche Alternativen wir in Europa fuer gewisse Gemuese oder Gewuerze haben. Hier auf dem Markt war ich wie bereits bei anderen Gelegenheiten froh, kein Fleisch oder Fisch zu essen. Ich haette es mir naemlich nicht zugetraut, ein noch lebendes Huhn oder einen, in einem grossen Eimer, zappelnden Fisch fuer mein Essen zu kaufen!

In der Kochschule lernten wir dann zuerst den Umgang mit dem grossen Ruestmesser. Insbesondere das Kleinschneiden der Zutaten mit diesem Messer, ohne dabei auf die Finger sehen zu muessen und natuerlich ohne sich in die Finger zu schneiden (was das vegetarische Kochen zu nichte gemacht haette!) Gluecklicherweise ist es gelungen!

Schrittweise lernten wir die Zubereitung von sechs unterschiedlichen Gerichten. Wobei jeder seine zubereitete Portion im Anschluss essen durfte/musste. Darunter war natuerlich die "Nationalspeise" Pad Thai, eine Woknudeleintopf mit Gemuese und Tofu. Interessant fand ich die Erkenntnis, dass die Thais all ihre Gerichte nach dem Prinzip suess- sauer- scharf und salzig zubereiten. So kommt in alle Gerichte eine suesse Komponente. Oft ist es Kokosnusskaramelzucker, Rohrzucker o.ae. Weiter wird immer etwas Saures zugefuegt, was oft Limettensaft oder Tamarindepaste ist. Die Schaerfe bringt dann der gruene oder der rote Chili. Wobei der gruene Chili schaerfer als der rote Chili ist, dafuer schmecken die Gerichte mit gruenen Chili eher frischer. Auch kommt immer etws Salz in die Gerichte, jedoch verhaeltnissmaessig wenig, meist nur eine Prise, um dem Geschmack zu vervollstaendigen und nicht eigentlich um zu salzen.

Der Dessert bildete dann den kroenenden Abschluss unseres Kocherlebnisses und war dann auch bezueglich der Kalorien kaum zu uebertreffen. Wir bereiteten Bananen in Kokosnussmilch zu. Ich weiss nicht mehr, wie viele Essloeffel Zucker ich noch in die Kokosnussmilch zugefuehgt habe!!! (Einen fuer die Mutter, den Vater, die Grossmutter, -vater, Onkel, Tanten, .... Schatz und Geliebten, ... und wer einem sonst noch einfaellt. Wer viele Verwandte hat, bekommt einen ziemlich suessen Dessert). Es schmeckte aber natuerlich sehr lecker!

Zum Schuss haetten wir uns alle am liebsten rollend fortbewegt! Ich hatte dann fuer den Rest des Tages und bis zum naechten Morgen definitiv genug gegessen!

Bettina
(diplomierte Thaikoechin - werde das Diplom natuerlich goldig Einrahmen und in der Kueche aufhaengen!)

Montag, 1. Oktober 2007

Gesucht

Gerade haben wir ein paar Fotos hochgeladen und keine fuenf Minuten, nachdem die Fotos veroeffentlicht waren, haben wir gesehen, dass einige davon bereits angeschaut wurden. Wir fragen uns natuerlich, wer so fleissig unsere Fotos anschaut. Wetten werden noch angenommen.

Patrik