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nachschauen.
auf der anderen Seite. Das Labyrinth von Wasserflaechen - Seen, Kanaelen, Fluesse und Baeche - wird von tropischer Vegetation gesaeumt. Was man hier zu sehen bekommt, ist von der Strasse voellig unsichtbar. Bestimmte Haeuser sind nur auf dem Wasserweg zu erreichen, immer wieder blitzen zwischen den Baeumen und Palmen Haeuser, Farmen, Kirchen oder Tempel auf. Blaue Eisvoegel sitzen fuer einen Augenblick auf einem Ast, bevor sei weiterfliegen. Fischadler schauen nach Beute Ausschau.
Das taegliche Leben spielt sich hier auf dem Wasser sowie an den von Palmen gesaeumten Uferstreifen ab. Die Familien leben auf winzigen Landflecken, baden und waschen die Waesche im seichten Wasser. Auf Langbooten werden Sand, aber auch Waren transportiert. An anderen Stellen wird nach Muscheln getaucht. Fischer fischen von Ruderbooten aus oder in Ufernaehe mit rieisigen Fischernetzen, im Malayalam cheena vala genannt. Mindestens vier Mann sind noetig, um die an gebogenen Hoelzern befestigten und mit Zugschnueren und Gewichten zu bewegenden Netzen zu bedienen.
Gespraech hauptsaechlich darum. In Kerala leben drei Religionen (Christen, Muslims und Hindus) fliedlich nebeneinander, doch geheiratet wird vor allem innerhalb der eigenen Religion. So wurden die faszinierenden Backwaters zum Nebenschauplatz. Von Kollam aus fuhren mit einem Tourenboot in knapp acht Stunden nach Alappuzha, diese Fahrt gehoert zu den begehrtesten Ganztagetouren. Diese Fahrt haben wir auch sehr genossen, war sie doch sehr abwechslungsreich und wir trafen auf dem Boot nette Leute. Weil bereits Nebensaison war, fuellte sich das Boot nicht ganz und wir konnten uns frei auf dem Boot bewegen. Die eindruecklichste Fahrt war jedoch die Faehre von Alappuzha nach Kottayam. Fuer die Einheimischen ist diese Faehre ihr Bus. Sie fahren damit einkaufen, in die Schule, zur Arbeit oder sonstwohin. Alle paar Minuten haelt die Faehre an, Passagiere steigen zu, andere gehen von Bord. Jeweils ein paar auslaendische Touristen fahren auch mit dieser Faehre und sitzen in der Regel vorn im Schiff, um alles mit Fotoapparat oder Videokamera festzuhalten. Fuer die Bewohner der Backwaters ein alltaegliches Bild, fuer uns eine der fantastischen Landschaften ueberhaupt. Gegen Ende der Fahrt wurde das Fahrwasser immer schmaler und wir passierten mehrere schmale Zugbruecken, die ein Brueckenwaerter hochzog. Unsere letzte Tour fuehrte von Kochi aus zu den Backwaters. Leider spielte das Wetter hier nicht so mit, am Morgen regnete es immer wieder und der Himmel war bedeckt. Viel Neues sahen wir hier nicht mehr, dafuer hatten wir eine angeregte Unterhaltung mit einem indischen Paar, das schon ziemlich westlich eingestellt ist. Beide trugen Jeans, zum Fruehstueck gibt es Toast oder Cerealien, getrunken wird Flaschenwasser. Doch wir hatten sogar noch Glueck mit dem Wetter, denn am naechsten Tag regnete es wie aus Kuebeln und so verbrachten wir den halben Tag in unserem Lieblingslokal in Kochi, dem Teapot.Bereits sind wir mehr als ein halbes Jahr unterwegs, haben unterschiedliche Kulturen und Menschen kennengelernt. Die indische Mentalitaet ist aber fuer uns Europaer immer wieder speziell, manchmal auch herausfordernd. Manchmal hassen wir die Art der Inder im gleichen Augenblick wie wir sie lieben oder uns darueber amuesieren.
Zum Einen mussten wir uns an die nonverbale Audruckweise gewoehnen. Das leichte seitliche "Kopfwackeln" bedeutet soviel wie Ja. Als wir in Bhopal ein erstes Mal an einem Nicht-Touristenschalter am Bahnhof ein Billet loesten und die Frau auf unsere Fragen nach der genauen Abfahrtszeit und dem Gleis jeweils mit diesen seitlichen Kopfwackler antwortete, schauten wir uns zuerst nur unglaeubig an. Was nun: "ja oder nein!?" Das Lachen konnten wir uns zum Glueck verkneifen, bis wir die Schalterhalle verlassen hatten.
Ein "Nein" wir hier in Indien oft mit einem Hin- und Herbewegen der flachen Hand angezeigt. In der Schweiz benutzen wir die Geste, um ein "vielleicht" auszudruecken. Man stellt sich nun uns vor unserer ersten Busfahrt am Busbahnhof vor, wenn wir nach einem Bus nach XY fragen und diese Antwort spontan als vielleicht interpretierten, wobei aber natuerlich "nein" gemeint war.
Beim Reisen mit Bus und Zug kommen wir uns manchmal vor wie auf einer Schulreise oder einer Fahrt ins Klassenlager. Denn die Inder draengeln beim Ein- bzw. Aussteigen jeweils so, wie wir es von Primarschuelern kennen. Das Anstehen haben sie von den Englaendern waehrend der Kolonialzeit nicht gelernt. Aber bei mehr als 1,1 Milliarden Menschen, die in diesem Land leben, ist die Angst, vergessen zu gehen oder nicht an die Reihe zu kommen, wohl "genetisch" veranlagt. Um auch einmal einsteigen zu koennen, muessen wir uns einfach in den Weg stellen oder sie unfreundlich mit unseren Rucksaecken wegdruecken. Da wir groesser sind als die meisten Inder, gelingt uns dies meist recht gut. Wir haben sozusagen das Draengeln wieder gelernt- also doch "Bildungsreise"!
Wie in den meisten Laendern auf unserer Reise wird auch in Indien aller Abfall auf den Boden oder aus dem Fenster geworfen. Der Boden der Zuege wird von Zeit zu Zeit von "Wischern" auf den Knien gefegt, die nachher die Passagiere um einen Lohn bitten. Bei den Auslaendern bleiben sie viel laenger und hartnaeckiger stehen und warten oft sehr unangenehm fuer uns auf ein Entgeld. Obwohl die Auslaender wohl jene sind, die am wenigsten Muell produzieren und diesen immer sammeln und mitnehmen!
Auch verhungern oder verdursten muss niemand in einem indischen Zug, alle paar Minuten kommt ein Tee-/Kaffeeverkaeufer und preist mit schriller Stimme seinen Chai oder Kofi (=Kaffee, oder zumindest etwas aehnliches wie...!) an. Auch Verkaeufer mit Bauchladen (Schokolade, Zigaretten, Seifenmuster, Reisezahnbuersten, abgepackte Betelnuesse,...) oder mit indischen Snacks kommen regelmaessig vorbei. Auch Spielsachen werden auf diesem Weg verkauft. Bei den Auslaendern geben sich alle Verkauefer besonders Muehe und paesentieren ihre Waren oft sehr theatralisch, als sei es fuer sie ein Prestigeerfolg, einem "Farang" etwas verkaufen zu koennen oder ihm eben ein Schmunzeln zu entlocken.
Wie schon oefters gesagt, ist das indische Verstaendnis von Hygiene nicht vergleichbar mit unserem. Weil viele Inder zu Hause keine Toilette haben, benutzen sie dazu einfach die Natur oder was sie gerade finden. So sahen wir einmal ein Maedchen, das vor einer der Hoehle von Ajanta, immerhin ein Weltkuturerbe, auf den Boden pinkelte. Dabei hatte es eine offizielle Toilette gar nicht so weit weg. In Puri, einem Ort an der Ostkueste, befindet sich ganz in der Naehe ein Fischerdorf, das mit nur mit Vorsicht zu besuchen ist. Denn die Fischersleute erledigen ihre "Geschaefte" am Strand, ein Haeufchen neben dem anderen. Ansonsten war es sehr interessant, das Treiben in diesem Fischerdorf zu beobachten. Ein andermal reisten wir mit einer vierkoepfingen Famlilie im gleichen Abteil im Zug. Als der Kleine, kanpp vierjaehrige, zur Toilette musste, ging das ebenfalls ganz unkompliziert. Einfach Hose runter und aus dem offenen Zugsfenster pinkeln. Wahrend ihn der Vater an den Hueften festhaelt, dass der Junge nicht noch aus dem Zug faellt. Man lernt ebenfalls als Tourist, sich nie aus dem Fenster eines Zuges zu lehnen!
Das Einkaufen in Indien ist fuer uns natuerlich auch immer ein Erlebnis und dass schon in einem gewoehnlichen Supermarkt wir MIGROS oder coop. Immer kann man dort verschiedene Sorten von Linsen oder Reis offen kaufen. Hier gibt es keine Waage, als Masseinheit dient eine leere Konservenbuechse. Es gibt auch keine strenge Verkaeuferin die daneben steht und Kinder mahnt, welche aus Freude in diesen Tonnen oder Saecken einfach nur rumwuehlen ohne zu kaufen, dann die Erwachsenen machen es hier ebenso!
In Baeckereien oder in Obst- und Gemueselaeden ist der Einkauf jeweils ein wirkliches Erlebnis und wir mussten das Prozedere erst lernen. So waehlt man an der Theke das gewunschte Gebaeck aus und zeigt es der Verkauferin an. Diese nimmt die Produkte aus der Auslage und packt umstaendlich jedes Sueck separat in ein einzelnes Plastiksaecklein. Eine andere Person fuellt dann an der "Produktkasse" oder Waage eine Art Quittung aus. Mit dieser Quittung geht man Richtung Geschaeftsausgang, bzw. -eingang. Dort gibt man den Quittungsbeleg dem Kassier und bezahlt dort die Waren. Nach dem Bezahlen wir die Quittung abgestempelt. Danach geht man mit dem gestempelten Beleg wieder zurueck zur Verkaufstheke im hinteren Bereich des Ladens. Dort gibt man den Beleg der entsprechenden Verkauferin, was wiederum ein andere Person ist, als jene die die Waren einpacken und die erste Quittung aushaendigt! Ihr Job ist es die Quittung erneut abzustempeln und die Waren mit einem Laecheln auszuhaendigen. So arbeiten pro Verkaufstheke immer 3 Personen plus ein Kassier pro Geschaeft. Bei einem Laden mit 3 Theken arbeiten also 10 Personen! Als (ergo)therapeutischer finde ich diese Art von Arbeitsaufteilung natuerlich sehr interessant und auch bewundernswert. Waehrend es im "Reisealltag" aber oft umstaendlich ist. So wird das Einkaufen von 4 Orangen beispielsweise zum fast 20minuetigen "Shoppingerlebnis"!
Da wir in Mumbai als Statisten in einem Film mitwirkten, hatten wir bereits ein erstes Bollywood- Erlebnis. Leider haben wir es bis jetzt noch nie geschafft, in ein Kino zu gehen, um uns einen klassischen Bollywoodfilm anzusehen. Einmal machten wir einen Kinobesuch, sahen uns aber einen westlichen Film in englischer Sprache an. Der Film mit dem Titel "10 000 Jahre bevor Christus" waere normalerweise nicht unser Geschmack. Da wir aber einfach Lust auf indisches Kino hatten und der Eintritt mit 35 Rs (ca. 1 CHF) pro Ticket aeusserst preiswert war (und das fuer ein Balkonticket!), ueberlegten wir nicht zweimal und packten wir die Gelegenheit. Die "Handlung" war natuerlich sehr einfach "gestrickt". Wir haben uns denn auch mehr ab unseren Mitzuschauern amuesiert, denn ob der Handlung. Als der Hauptdarsteller, mutig und spektarulaer mit einem Speer aus Knochen, ein Mammut erlegte, haben die Zuschauer auf den billigeren Plaetzen (= im Parterre, war wirklich so!!!) applaudiert!
Bettina
Attraktion einer Reise nach Kanniyakumari ist das Betrachten des Sonnenauf- und untergangs. Leider verhinderten Wolken einen spektakulaeren Sonnenuntergang, aber es war ein spezielles Erlebnis, mit tausenden von indischen Pilgern an den Ufern der Meere zu stehen und mitzuerleben, wie die Sonne langsam untergeht. Der Sonnenaufgang war dann einiges aufregender. Erneut war das Ufer gesaeumt von Pilgern, was uns doch ziemlich ueberraschte. Es waren sogar mehr als beim Untergang. Beim Auftauchen der Sonne am Horizont hoerte man aus manchen Kehlen einen Schrei der Entzueckung. Einzelne Pilger nutzten das Meer fuer rituelle Waschungen.